„Bettler im Minutentakt“ - So spricht das Netz über die „Bettelmeile Wißstraße“

rnDiskussionen auf Facebook

Geschäftsleute in der Wißstraße in der Dortmunder City beklagen sich, dass die Straße immer mehr zur „Bettelmeile“ werde. Unser Artikel darüber wird im Netz intensiv diskutiert.

von Beat Linde

Dortmund

, 26.08.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschäftsleute an der Wißstraße sind sauer. In unserem Artikel vom vergangenen Dienstag (25.8), berichten sie über die Drogen-Szene vor den Läden, die mittlerweile geschäftsschädigend sei: Passanten werden höchst aggressiv angebettelt werden und die Stadt nehme sich der Sache nicht konsequent genug an. Unser Artikel wird bei Facebook intensiv kommentiert.

Erfahrungswerte werden geteilt

Dabei reicht die Bandbreite der Kommentare von großer Wut auf die Bettelnden bis hin zu Aufrufen für eine empathische Gesellschaft.

So schreibt eine Userin „Selbst im ,‘Hans im Glück‘ kann man nicht ohne [angebettelt zu werden] essen“. Andere Nutzer schreiben: „Ich gehe abends von der Arbeit nicht mehr zur U-Bahn in den Stadtgarten“ oder „Ich bin inzwischen total ungern in der Dortmunder City.“

Digitaler Meinungspluralismus

Tatsächlich schlägt der Großteil der Kommentare in die gleiche Kerbe. Die User fühlen sich gestört in der Stadt. So schreibt eine Userin: „Von der Innenstadt bis zum Stadtgarten werde ich mehrmals um Geld angehalten und ich sehe die Leute sich abends in die Hauseingänge einzuquartieren, samt Müll und Notdurft ... und ja es werden traurigerweise immer mehr.“ und eine andere: „Nicht nur in der Wißstraße, am Alten Markt kommen die Bettler im Minutentakt“

Allerdings gibt es auch Nutzer, die sich besorgt zeigen, um die Menschen, um die es letzten Endes geht. So argumentiert eine Nutzerin mit einer Anderen: „Ist Ihnen eigentlich bewusst [...] wie viele Jugendliche auf der Straße leben, weil Sie Zuhause Gewalt erfahren haben?“ Ein Anderer spricht von einem „Resultat der Hoffnungslosigkeit“ er wünsche sich einen „respektvollem Umgang mit Menschen in einer offensichtlich prekären Situation“

Eine andere Nutzerin attackiert sogar die sich beschwerenden Nutzer: „Hilfe, ich sehe beim Shoppen Obdachlose und bettelnde Menschen! Das geht so gar nicht, ich möchte nicht, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, während ich mir ein neues Fläschchen One Million kaufe!“

Rechte Ressentiments werden geschürt

Einige User nutzen die Gelegenheit, um Ressentiments gegenüber Geflüchteten oder einer vielfältigen Gesellschaft zu schüren, indem sie die Situation in der Wißstraße zusammenhangslos in Verbindung bringen mit anderen Themen.

So schreibt ein User: „Vielleicht hilft den Ladeninhabern / Wählern ja das unsägliche ‚Wir schaffen das‘ und schon ist‘s eine Bereicherung“ ein anderer User kommentiert ironisch „ist doch bunt“.

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