So sauber ist das Wasser des Phoenix-Sees

Experten-Bericht

Der Phoenix-See ist nicht nur ein Ausflugsziel mit Bootsanleger, Gastronomie und Arztanschluss, sondern auch ein Areal für Chemiker, Physiker und Biologen. Sie haben die Wasserqualität des Sees überprüft. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

HÖRDE

, 03.04.2015, 01:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Phoenix-See ist heute beliebt bei Mensch und Tier - früher war dort das Stahlwerksgelände.

Der Phoenix-See ist heute beliebt bei Mensch und Tier - früher war dort das Stahlwerksgelände.

Die Wasserqualität ist „hervorragend“. Zu diesem Ergebnis kommt die Emschergenossenschaft, die an sieben Stellen die Wasserproben für Untersuchungen im Labor nimmt. Dass der See biologisch gesund ist, erkannten die Spezialisten spätestens am 19. Juli 2014: Das Wasser war 26,2 Grad Celsius warm, aber ein in warmen Gewässern zu erwartender Sauerstoffmangel war nicht zu erkennen.

Theoretisch wäre baden erlaubt

Als „ausgezeichnet“ bewertet die Emschergenossenschaft die Ergebnisse der mikrobiellen Untersuchungen. Zwar dürfen See-Besucher im Phoenix-See nicht baden, aber theoretisch wäre das erlaubt, denn „alle Messwerte liegen deutlich unterhalb der gemäß EG-Badegwässerrichtlinie festgelegten Werte“, heißt es in dem Bericht.

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Diese 14 Dinge darf man am Phoenix-See nicht tun

Die Diskussion über Verbote am Phoenix-Seeist so alt (oder jung) wie der See selbst. Die Diskussion über das Fahrradfahr-Verbot im Hafenquartier ist der Trend im Sommer 2014. Es gab schon andere: Wir haben die Verbote am See zusammengetragen.
22.07.2014
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Im See ist das Baden verboten.© Foto: dpa
Füttern von Tieren ist nicht gestattet, Futter schädigt die Seeökologie.© Foto: dpa
Als der Dortmunder Thomas Nieder im Februar 2014 mit seinem 1,10 Meter langen Modell-U-Boot den See befahren wollte, benötigte er dafür eine Genehmigung der Stadt. Das führte zu einem langen Briefverkehr mit Sätzen wie »Der zunehmende Bootsverkehr lässt einen Einsatz von U-Booten nicht mehr zu« oder »Die Position des Modellunterwasserfahrzeuges bei Tauchgängen ist an der Wasseroberfläche über farbige Schwimmkörper oder Ähnliches kenntlich zu machen.« Thomas Nieder hängte also eine Quietsche-Ente an sein Boot. © Foto: Dieter Menne
Das Befahren mit Booten und Wassersportartikeln ist nicht
zulässig.© Foto: dpa
Ferngesteuerte Fahrzeuge sind nicht erlaubt.© Foto: dpa
Die Seeordnung sieht auch nicht vor, dass man im Winter Eissport auf dem See betreibt.© Foto: dpa
Skater und Inliner dürfen nur die Radwege nutzen.© Foto: dpa
Im See ist das Tauchen verboten.© Foto: dpa
Angeln ist nicht gestattet.© Foto: dpa
Hunde sind anzuleinen.© Foto: dpa
Beim Grillen ist es eindeutig: Es ist laut See-Satzung ausdrücklich verboten und wird mit einem Verwarngeld bestraft. Als vor gut drei Jahren die Grill-Zonen in der Stadt in der Politik ein Thema waren, war das auch in Hörde kurz aktuell. Und genau so schnell wieder vom Tisch.© Foto: dpa
Die Brücken am See dürfen nur von Rettungs-, Ordnungs- und
Müllfahrzeugen befahren werden.© Foto: dpa
Der gute Gedanke von gegenseitiger Rücksichtnahme hat sich zu einem Schilderwald verwachsen, in dem niemand mehr so richtig durchblickt. Radfahr-Gegner und -Befürworter diskutieren gerade darüber, wer weniger Rücksicht nimmt. Bei einer Online-Abstimmung zum Thema lehnen 57 Prozent der über 1800 Abstimmenden die Fußgängerzonen am See ab. Viele Gedanken zu diesem Thema, während am See das Leben eigentlich doch ziemlich friedlich weiterläuft. © Foto: dpa
Surfen, Windsurfen und Kitesurfen sind nicht gestattet.© Foto: dpa
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Mit anderen Worten: Es gibt Keime im See, aber in so geringer Konzentration, dass eine Gefahr für die Gesundheit auszuschließen ist. Ebenfalls wichtig: Die für Stahlwerke typischen chemischen Altlasten sind im Seewasser nicht nachweisbar.

Hechte, Schleien und Rotfedern

Bevor das Seebecken geflutet wurde, hatten Arbeiter den belasteten Boden tief ausgehoben. Vor fast zehn Jahren sah das Areal deshalb aus wie eine Mondlandschaft mit Kratern. Jetzt schwimmen Hechte, Schleien, Karauschen, Rotfedern und Bitterlinge in dem See. Sie sind nach einem genau abgestimmten Plan ausgesetzt worden.

Fische können zu einer guten Wasserqualität beitragen. Diese Aufgabe sollen im See auch Algen übernehmen. Im Labor sind die Spezialisten zu dem Ergebnis gekommen, dass der Phoenix-See ein „gutes ökologisches Potenzial“ besitzt.

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