So sieht die umstrittene Ausstellung über die AfD aus

rnDeutscher Gewerkschaftsbund

Die Ausstellung „Keine Alternative“ über die AfD ist in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt eröffnet worden. Es geht um völkisch-nationalistische Haltungen in der Partei – und noch um viel mehr.

Dortmund

, 15.05.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ausstellung, die für so viel Wirbel gesorgt hatte, ist auf den ersten Blick reichlich unspektakulär. Elf Stellwände mit Bildern und Texten, die sich mit der AfD beschäftigen, sind an der Klosterstraße in der City ausgestellt. Laut Jutta Reiter, Vorsitzendes des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dortmund-Hellweg gehe es darum zu zeigen, welche Positionen die AfD vertritt. „Parteien dürfen Positionen haben und sich streiten. Das Problem ist, dass es völkisch-nationalistische Tendenzen mit klaren Bezügen zum Nationalsozialismus gibt. Mit so einer Partei können wir nicht in die Auseinandersetzung gehen.“

Die Texte befassen sich nicht nur mit dem, was nach Außen von dieser Partei zu hören und zu sehen ist. Sondern es geht darum, was aus Sicht der Ausstellungsmacher von der Vereinigung der Verfolgten des Nationalsozialismus - Bund der Antifaschisten, die AfD in ihrem Inneren zusammenhält. Und das ist vieles, was bei einer Machtbeteiligung der AfD aus Sicht von Jutta Reiter „stark in unser Grundrechtssystem eingreifen würde“.

Rassismus, Nationalismus, Militarismus: Klare Worte gegen die Ausrichtung der AfD

Auf den Stellwänden finden sich klare Aussagen: Rassismus, Nationalismus, völkische Bezüge und Militarismus werden als zentrale Momente der Politik herausgearbeitet. Außerdem geht es um die marktradikale Haltung und die Familienpolitik, die Medienstrategie der Partei sowie ihre zahlreichen Verbindungen zu Stiftungen und Verlagen (Titel: „Das schwarz-braune-Netzwerk um die AfD“).

Eine Tafel bietet einen Antwortversuch auf die rechtspopulistische und nationalistische Versuchung, der am 26. Mai nach aktuellen Hochrechnungen bis zu 12 Prozent der Wahlberechtigten erliegen könnten. „Grenzenlose Solidarität statt Volksgemeinschaft steht dort. „Wenn wir uns nach Nationalität oder Religion spalten lassen, verlieren wir alle“, sagt Jutta Reiter.

Ziel der Ausstellung sei es, deutlich zu machen, dass Verhältnisse wie in Ungarn oder Polen überall möglich seien, wenn Parteien wie die AfD in Europa das Sagen haben. „Wir sind erschüttert darüber, wie schnell hier Standards in Sachen Pressefreiheit oder Justiz gefallen sind, die wir noch vor fünf Jahren für sicher gehalten haben.“

Die Stadt Dortmund wollte keine Räume stellen und verwies auf das Neutralitätsgebot vor der Europawahl

An welchem Ort die Ausstellung gezeigt werden soll, war im Vorfeld höchst umstritten. Der DGB hatte die städtische Gedenkstätte Steinwache ursprünglich als Ort ausgewählt. Die Stadt Dortmund hatte das nicht erlaubt und auf ihr Neutralitätsgebot vor der Europawahl verwiesen.

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Die Awo war daraufhin als Gastgeber eingesprungen. Jutta Reiter betont, dass der DGB nicht dem Neutralitätsgebot unterliege. „Wir müssen unsere Forderung klar ausdrücken können und brauchen Raum dafür.“

Die Dortmunder AfD hatte die Ausstellung bereits im Januar als Mittel bezeichnet „gegen die AfD zu agitieren“ und hatte einen „einen Maulkorb“ für den Gewerkschaftsbund gefordert.

Viele Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus begleiten die Ausstellung

Die Ausstellung „Keine Alternative“ ist bis zum 24. Mai (Freitag) bei der Awo, Klosterstraße 8-10, zu sehen. Begleitet wird sie von mehreren Veranstaltungen zum Thema Nationalismus und Rechtsextremismus.

In der Reihe „Blackbox“ im Insitut des Dortmunder Schauspiels geht es am 17. Mai (Freitag, 19 Uhr) unter dem Titel „Reporting Populismus“ laut Eigenbeschreibung um „die Frage, wie Deutschland von Rechts zersetzt wird - und was wir dagegen tun können“.

Am 18. Mai gibt es einen Vortrag zum Militarismus der in der Partei, am 21. Mai eine Veranstaltung zum Grundgesetz. Am 19. Mai sind Dortmunder DGB-Mitglieder Teil einer Großdemonstration gegen Rechtspopulismus in Köln. Am 6. Juni befasst sich die Awo mit dem Thema „Der Terror des NSU in der Einwanderungsgesellschaft“.

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