So sieht es im Problemhaus der Nordstadt aus

Mallinckrodtstraße 58

Ortstermin in der Mallinckrodtstraße 58 - ein Problemhaus ohne Stromversorgung mit 83 gemeldeten Bewohnern, darunter 53 Kinder in elf Wohnungen. Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag die Nordstadt-Immobilie angesehen. Dabei geriet der Vermieter in den Fokus.

DORTMUND

von MMDO

, 27.07.2015 / Lesedauer: 3 min
So sieht es im Problemhaus der Nordstadt aus

Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.

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Ursprungsmeldung:

Anders als zuvor berichtet' tag=' gibt es hier keine „Matratzenburgen“. Es sind normal bewohnte Wohnungen. Wobei: Dieses Haus ist alles andere als normal - ganz abgesehen von der durch die DEW gekappten Stromversorgung. Die Mängelliste des Ordnungs- und des Wohnungsamtes wurde bei dem fast zweistündigen Ortstermin immer länger.

Neben den fast vollständig fehlenden elektrischen Installationen - überall gibt es offene Verteiler- und Anschlussdosen - stellten sie fehlende Klingeln, Briefkästen, drei fehlende Fenster und teilweise unvollständige Sanitärinstallationen fest. Auch die Situation der Eingangstüren sind abenteuerlich: Fast überall finden sich daher mehr oder weniger funktionierende Provisorien, teils sogar mit Vorhängeschlössern.

Provisorische Kabel, fehlende Sicherungskästen

Weil teils auch in den Wohnungen die Sicherungskästen fehlen, finden sich provisorisch verlegte Verlängerungskabel. Versäumnisse, die das Jugend- und das Gesundheitsamt interessieren müssten, gab es hingegen nicht. „Wir haben familienorientiertes und sehr einfaches Wohnen gesehen - aber keine Versäumnisse seitens der Familien“, fasste Stadtdirektor Jörg Stüdemann zusammen. „Und wir haben eine Immobilie erlebt, wo sich der Eigentümer dringend kümmern und diese wieder herrichten muss.“

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Ortstermin im Problemhaus der Nordstadt

Vertreter von mehreren Stadtämtern - mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann und Stadträtin Daniela Schneckenburger an der Spitze - haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Nordstadt angesehen. Wir waren mit der Kamera dabei.
27.07.2015
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Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Vertreter von mehreren Stadtämtern haben sich am Montag das Problemhaus an der Mallinckrodtstraße 58 in der Dortmunder Nordstadt angesehen.© Foto: MMDO
Schlagworte Innenstadt, Nordstadt

Das Wohnungsamt wird Eigentümer und Verwaltung nun eine kurze Frist setzen, um die elektrischen Anlagen wieder herzurichten, sodass in einem ersten Schritt wieder Hausstrom für Beleuchtung und den Betrieb von Anlagen zur Verfügung steht. Dann sollen die Installationen so hergestellt werden, dass die Bewohner direkt Verträge mit der DEW21 machen können.

Dubioser Strom-"Verwalter"

Offenbar haben die Mieter bisher sogar für Strom an einen namentlich nicht genannten „Verwalter“ bezahlt, der ihnen Durchschläge der GASAG ausgehändigt hatte. Allerdings bestehen mit diesem Berliner Gasunternehmen keine Geschäftsbeziehungen - den Strom lieferte bislang die DEW21. Und an den Anschlüssen im Keller wurde manipuliert - davon ging Gefahr aus.

Für die Wohnungsverwaltung Dairos in Berlin - sie hat seit April den Auftrag durch die neuen Eigentümerin, die Newtown-Gruppe, bekommen - stellt sich die Situation anders dar: Im Haus gebe es Mieter, die keine Miete zahlten und Bewohner, die noch nicht einmal Mietverhältnisse hätten. Hier seien Wohnungsschlüssel unter der Hand weitergegeben worden.

Anwalt eingeschaltet

Daher habe die Hausverwaltung einen Anwalt eingeschaltet: „Die Mieter sollen rausgeklagt werden. Dann fangen wir von vorne an und werden auch investieren“, machte eine Mitarbeiterin der Hausverwaltung gegenüber dieser Zeitung deutlich. „Da wo kein Geld fließt, kann man auch nichts investieren.“

Kritik an den Bedingungen äußert der Mieterverein: „Die Situation im Hausflur ist eine Katastrophe, die Bedingungen für die Mieter schon ziemlich grauselig“, betonte Dr. Tobias Scholz. „Der neue Eigentümer sollte das nicht auf dem Rücken der Mieter austragen und in den Dialog gehen, als eine Entmietung zu forcieren“, so Scholz. Dass die Verwaltung dies Ernst meint, glaubt der Mieterverein: „Aus dem Hannibal wissen wir, was das heißt. Die ziehen das knallhart durch.“

 

 

 

 

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