So sind die Aussichten für die Dortmunder real-Märkte

rnZukunft der real-Märkte

Die Supermarktkette real ist verkauft. Wie geht es mit den Dortmunder Märkten in Oespel, Eving und Aplerbeck weiter? Lange mussten die Beschäftigten warten. Jetzt gibt's erste Informationen.

Dortmund

, 11.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Monaten hoffen die rund 420 Beschäftigten der drei Dortmunder real-Märkte auf Signale aus ihrer Zentrale. Der Verkauf der Supermarktkette mit bundesweit rund 270 Filialen ist seit wenigen Tagen abgeschlossen. Real gehört nicht mehr Metro, sondern der russischen SCP Group. Sie will real zerschlagen und die Märkte weiterverkaufen.

Was das für die Dortmunder Geschäfte bedeutet – darüber konnten die Mitarbeiter nur spekulieren. Jetzt sind erste, schriftliche Informationen aus der Geschäftsführung eingetroffen: Demnach stehen alle Häuser vor einer unterschiedlichen Zukunft.

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Am weitesten sind die Verhandlungen für den real-Markt im Indupark in Oespel. Er ist mit knapp 12.000 Quadrametern der größte und hat auch die meisten Mitarbeiter. Rund 200 stehen dort in Lohn und Brot, inklusive Aushilfs- und Teilzeitkräften. Für die Filiale „konnte ...eine konkrete Vereinbarung mit einem an der Übernahme interessierten Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel erzielt werden“, heißt es im Schreiben der real-Geschäftsführung.

Wessen Firmenschild künftig über dem Haus hängt, wird nicht verraten. Das sollten die Mitarbeiter in dieser Woche (13. bis 18.7.) erfahren. Bis dahin werde auch die Zustimmung des Kartellamtes erwartet. So hieß es vor wenigen Tagen. Zuletzt wurde nun gemeldet, das Kartellamt wolle sich mit der Prüfung nun doch bis Oktober Zeit lassen. Insider, die nicht genannt werden möchten, sind sicher, dass der Lebensmittel-Vollsortimenter Kaufland ein Angebot eingereicht habe. „Alles deutet darauf hin“, heißt es.

Kartellamt prüft Übernahme durch Kaufland

Bereits vor Wochen war bekannt geworden, dass Kaufland bundesweit 88 Real-Märkte übernehmen wolle. Weitere 53 wollte Edeka kaufen. Ein Blick auf die Seite des Bundeskartellamtes zeigt: Bislang hat allein Kaufland eine Übernahme von Real-Standorten angemeldet – 101 bundesweit. Zu dem Paket gehöre der Markt im Indupark, wollen Insider wissen.

Holger Honings, Betriebsratsvorsitzender in Oespel, mochte das auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. „Uns ist zugesichert worden, dass es einen nahtlosen Betriebsübergang ohne Kündigungen gibt“, sagt Honings. Zudem müsse sich der Erwerber für mindestens ein Jahr verpflichten, die gleichen Löhne und Gehälter zu zahlen. „Die Kolleginnen und Kollegen sind ausgelaugt“, sagt Honings. „Wir wollen endlich Klarheit.“

Auch für den Markt an der Aplerbecker Schleefstraße soll es einen konkreten Interessenten aus der Lebensmittelbranche geben.

Auch für den Markt an der Aplerbecker Schleefstraße soll es einen konkreten Interessenten aus der Lebensmittelbranche geben. © RN

Die wünschen sich auch die Beschäftigten der Aplerbecker Filiale an der Schleefstraße. Sie ist mit rund 9500 Quadratmetern das zweitgrößte Haus. Auch dafür gibt es einen Interessenten: Lebensmittel sollen auch künftig das Sortiment bestimmen. Man stehe „in konkreten Verhandlungen mit einem ... Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel“, lässt die real-Zentrale wissen.

In Eving soll der real-Markt vorerst bleiben

Eine Stellungnahme aus der Aplerbecker Filiale war nicht zu bekommen. Steigt die Edeka-Tochter Marktkauf ein? Läuft es auf Globus oder Famila hinaus? Verdi-Sekretär Karsten Rupprecht kann sich vieles vorstellen: „In der Branche sind einige Player unterwegs. Wir müssen abwarten.“

Für das Geschäft an der Deutsche Straße in Eving soll sich fürs erste nichts ändern. Es sei denn, es tritt ein Käufer auf den Plan.

Für das Geschäft an der "Deutsche Straße" in Eving soll sich fürs erste nichts ändern. Es sei denn, es tritt ein Käufer auf den Plan. © Beushausen

Das haben die 60 bis 80 Beschäftigten in der Evinger Real-Filiale an der Deutsche Straße (4500 Quadratmeter) hinter sich - fürs erste. Laut Mitteilung der Zentrale seien „derzeit noch keine Veränderungen geplant.“ Der Standort in Eving werde „daher wie gewohnt unter der Marke real weiterbetrieben.“ Für die Mitarbeiter ändere sich „folglich erst einmal nichts.“

Ob das auf Dauer so bleibt? Betriebsräte sind skeptisch. De facto sei "die Zukunft dieser Filiale ...völlig unklar". Trete ein Interessent auf den Plan, könne das Geschäft in Eving jederzeit verkauft werden. Der akutelle Pachtvertrag soll bis 2023 laufen. Kaufland und Edeka schweigen. „Wir kommentieren den Verkaufsprozess nicht“, hieß es unisono.

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