Eine neue Auswertung zeigt, in welchen Dortmunder Stadtbezirken es die meisten Corona-Infektionen während dem bisherigen Höhepunkt der vierten Welle gab. © Hans Blossey (Archivbild)
Neue Auswertung

So sind Dortmunds Stadtbezirke durch die vierte Corona-Welle gekommen

Die vierte Corona-Welle klingt in Dortmund ab. Eine neue Auswertung der Stadt zeigt, welche Stadtteile besonders betroffen waren - und wo sich die Menschen angesteckt haben.

Ende August leuchtete Dortmund auf der Deutschlandkarte des Robert-Koch-Instituts dunkelrot: Die Stadt hatte zwischenzeitlich eine der höchsten Corona-Inzidenzen deutschlandweit, in der Spitze gab es über 200 Neuinfektionen an einem Tag.

Doch wo in Dortmund war das Infektionsgeschehen zu dieser Zeit am schlimmsten? Und wo steckten sich die Dortmunder an? Eine neue Auswertung der Stadt Dortmund beantwortet genau diese Fragen.

Einmal im Monat gibt das Gesundheitsamt die Corona-Zahlen auf Stadtbezirksebene bekannt. Die jüngste Auswertung, die die Stadt am Montag (21.9.) veröffentlichte, umfasst zufälligerweise genau den Höhepunkt der vierten Corona-Welle von Mitte August bis Anfang September.

Genau 3324 Corona-Neuinfektionen verzeichneten die städtischen Gesundheitsexperten im Untersuchungszeitraum zwischen dem 14. August und dem 13. September – über dreimal so viel wie in den vier Wochen davor.

Diese Neuinfektionen waren jedoch höchst unterschiedlich auf das Stadtgebiet verteilt: Über jeder vierte neue Corona-Fall (27,9 Prozent) wurde in der Nordstadt registriert – und das, obwohl „nur“ 10 Prozent aller Dortmunder dort leben. Während des Untersuchungszeitraums stieg die Zahl der Gesamtinfektionen in der Nordstadt seit Beginn der Pandemie um über ein Fünftel (907 Infektionen/ + 21,3 Prozent).

Unterschiede zwischen Dortmunds Stadtbezirken sind größer geworden

Am anderen Ende dieser Skala liegt Lütgendortmund: In Dortmunds westlichstem Stadtbezirk stieg die Zahl der Gesamtinfektionen lediglich um 8 Prozent - hier nahm die vierte Welle in Dortmund also am wenigsten Fahrt auf.

Damit liegen zwischen dem Stadtbezirke mit der größten Infektionsdynamik und demjenigen mit der kleinsten 13,3 Prozentpunkte - bedeutend mehr als im Zeitraum Mitte Juli bis Mitte August, als es drei Prozentpunkte waren. „Die Unterschiede zwischen den Stadtbezirken [...] haben sich also wieder vergrößert“, schließt das Gesundheitsamt.

Schaut man, wie viele Menschen sich pro 1000 Einwohner zwischen Mitte August und Mitte September in den Stadtbezirken angesteckt haben, zeigt sich erneut die negative Ausnahmestellung der Nordstadt beim Infektionsgeschehen in der Stadt: Rechnerisch infizierten sich im Untersuchungszeitraum 15,2 von 1000 Nordstädtlern nachweislich mit Corona.

Mit weitem Abstand auf Rang zwei in dieser Auswertung folgen die Stadtbezirke Scharnhorst (6,6 von 1000 Einwohnern), Huckarde (5,9) und Eving (5,8). Am niedrigsten war der Anteil der Infizierten in Hombruch (3,1 pro 1000 Einwohner), Aplerbeck (3,2) und Brackel (3,3). Heißt: In der einkommensschwachen Nordstadt lag das Infektionsniveau im Untersuchungszeitraum fast fünfmal höher als im wohlhabenden Hombruch.

Bei der Frage, bei welchen Gelegenheiten sich die Infizierten mit Corona angesteckt haben, lieferten die Befragungen des Gesundheitsamtes ein klares Bild: Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Dortmunder Corona-Fälle zwischen Mitte August und Mitte September gehen auf Reisen zurück, ein Fünftel (21 Prozent) steckte sich im familiären oder privaten Rahmen an.

Der Arbeitsplatz (2 Prozent), die Kitas (1 Prozent) und „sonstige Gemeinschaftsunterkünfte“ (3 Prozent) spielten im Untersuchungszeitraum nur eine marginale Rolle im Infektionsgeschehen. Bei 9 Prozent war nicht herauszufinden, wo es zur Ansteckung gekommen war.

Schulen fehlen in der städtischen Auflistung der Ansteckungsorte. An den weiterführenden Schulen beließ es das Gesundheitsamt weitestgehend dabei, die tatsächlich positiv getesteten Schüler in Quarantäne zu schicken und bei den Sitznachbarn einen Corona-Test zu machen.

Lediglich an einer Schule gab es laut Stadt einen Ausbruch mit mehreren positiv getesteten Schülern. Dort wurde die ganze Klasse in Quarantäne geschickt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
Zur Autorenseite
Thomas Thiel