So steht’s um den Einzelhandel am Ostenhellweg

rnHandel in Dortmund

Der Westenhellweg lockt unter anderem mit der Thier-Galerie täglich Tausende Besucher an. Bekommen die Händler am Ostenhellweg dadurch Probleme? Das sagt der Cityring.

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, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Jahren gilt der Ostenhellweg nach diversen Wechseln in der Einzelhandelslandschaft als Problemkind der Shoppingmeile in der Dortmunder City. Lange schon kann man auf dem Ostenhellweg drei leere Ladenlokale beobachten, die direkt nebeneinander liegen. Früher waren dort der Juwelier Josef und ein Donut-Verkauf „Tasty Donuts and Coffee“ drin. Zurzeit wird zwar eine Neuvermietung angekündigt, wird es aber dennoch zunehmend schwerer, Ladenlokale am Ostenhellweg zu vermieten?

Ist das Erscheinungsbild auch seit längerem etwas trist, so ist das laut Dirk Rutenhofer und Kristian Reißig vom Cityring nichts Besonderes: „Lang andauernde Leerstände sind normal“, sagen die Vertreter der Gewerbetreibenden.

Der Ostenhellweg hat keine Probleme

Für Rutenhofer und Reißig stellt sich die Frage, ob der Ostenhellweg Probleme hat, Besucher anzulocken, überhaupt nicht. „Schauen Sie sich doch um!“, sagen die beiden und verweisen auf die vielen Menschen, die sich auch bei über 30 Grad in der Fußgängerzone tummeln, „hier ist viel los!“ Schaut man sich die Passanten an, macht es nicht wirklich den Eindruck, dass hier jeder nur auf „Durchreise“ ist.

So steht’s um den Einzelhandel am Ostenhellweg

Christian Reißig (r.) und Dirk Rutenhofer engagieren sich im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Cityring für die Dortmunder City. © Robin Albers

Rutenhofer und Reißig engagieren sich ehrenamtlich im Verein Cityring. Der Verein kümmert sich um die Dortmunder Innenstadt, plant Aktionen und Stadtfeste. Die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt wird unter anderem vom Cityring organisiert. Rutenhofer ist der erste Vorsitzende des Vereins. Reißig sitzt als Inhaber der Hirsch-Apotheke im Beirat. Besonders der Ostenhellweg liegt den beiden am Herzen.

Die beiden Cityring-Mitglieder geben aber auch zu, dass es an Vielfalt und Qualität der Geschäfte auf dem Ostenhellweg mangelt. „Hier gibt es viele Billiganbieter, das ist ein Problem“, erläutert Reißig. Jedoch kann die Einkaufsstraße neben bekannten Filialen großer Ketten auch mit traditionsreichen Dortmunder Geschäften wie dem Spielwarenhandel Lütgenau oder der Hirsch-Apotheke überzeugen.

Auch für die IHK ist der Ostenhellweg keine „notleidende Geschäftslage“ in der City. Zwar sei seit der Eröffnung der Thier-Galerie im Jahr 2011 die Menge der Passanten zurückgegangen, jedoch sei der Standort am Ostenhellweg für Geschäfte eine interessante Alternative zum Westenhellweg.

Die Eigentümer wollen nur Geld sehen

Es gibt ein generelles Problem in der Stadt: Viele Gebäude würden von Investoren von außerhalb gekauft werden. Diese würden ihren Besitz nur als Kapitalanlage sehen. „Die interessiert nicht , was mit ihren Immobilien passiert, so lange Geld fließt“, stellen die Cityring-Mitglieder fest. Rutenhofer nennt noch ein Beispiel: „In der Innenstadt gibt es viele freie Wohnflächen, die einfach nicht genutzt werden!“ Häufig wird in den Immobilien nur die Ladenfläche unten benutzt, da die hohe Miete, die die Eigentümer verlangen können, das ganze Gebäude mitfinanziert.

So steht’s um den Einzelhandel am Ostenhellweg

Am Ostenhellweg 42/48 zieht scheinbar nach langem Stillstand bald ein neues Asia-Restaurant ein. © Robin Albers

Rutenhofer und Reißig vermuten, dass die drei Ladenflächen vom Eigentümer beabsichtigt unvermietet gelassen wurden – damit alle drei gemeinsam an einen Interessenten vermietet werden können. Mittlerweile wurde offenbar ein Mieter gefunden, die beklebten Scheiben kündigen ein Asia-Restaurant an.

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