So versuchen ausländische Betrüger, sich mit gefälschten Ausweisen in Dortmund anzumelden

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Immer wieder kommt es vor, dass Bürger aus Nicht-EU-Ländern, sich mit gefälschten Papieren den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erschleichen wollen. Doch die Bürgerdienste sind wachsam.

Dortmund

, 27.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Viele Menschen, die sich bei den Bürgerdiensten als Neu-Dortmunder an- und oft schon nach ein paar Monaten wieder abmelden, stammen aus dem Ausland. Die Mitarbeiter der Bürgerdienste bekommen Ausweispapiere aus vielen Ländern vorgelegt. Darunter sind auch immer mal wieder gefälschte Ausweise.

Auch wenn es nur sehr wenige sind, die versuchen, sich mit gefälschten Papieren anzumelden, müssen die Stadtmitarbeiter prüfen, ob das jeweils vorgelegte Papier auch echt ist , und ob derjenige, der es vorlegt, tatsächlich die Person ist, die er vorgibt zu sein.

In den weitaus meisten Fällen ist das so, doch in den Jahren 2017, 2018 und bislang in 2019 wurden insgesamt rund 50 gefälschte Ausweispapiere vorgelegt, „bei denen eine Passfälschung festgestellt oder vermutet wurde“, teilt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage mit.

Türöffner in die Sozialsysteme

In der Regel handelt es sich dabei um Meldeversuche von Nicht-EU-Ausländern, die mit dem Pass eines EU-Mitgliedstaates in Deutschland für eine befristete Zeit arbeiten wollen. Mit der offiziellen Anmeldung bei den Bürgerdiensten stehen ihnen die Türen in die Sozialsysteme offen.

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Die Fälschungen sind überwiegend nachgemachte Papiere aus Rumänien; denn im Gegensatz zu Rumänen, die die EU-Freizügigkeit genießen und hier arbeiten dürfen, haben Arbeitskräfte zum Beispiel aus der Ukraine, Kasachstan oder Moldawien dieses Privileg nicht. Mit der Meldeadresse, die sich nicht-berechtigte Menschen zum Beispiel aus Osteuropa so zu beschaffen versuchen, erhalten sie ihre Steuer-ID. Diese Schlüsselnummer ermöglicht es ihnen, nicht nur hier zu arbeiten, sondern auch Kindergeld zu beziehen und sich bei einer Krankenversicherung anzumelden.

Meist sind die Fälschungen rumänische Ausweise

Rumänische Ausweise gelten als besonders leicht zu fälschen. Damit wird zum Beispiel ein Ukrainer fix zum EU-Bürger mit allen Rechten und Freiheiten – sofern er nicht durch das geschulte Auge von Bürgerdienst-Mitarbeitern erwischt wird. Doch es seien auch slowenische, polnische und einige griechische Papiere als Fälschungen aufgefallen, so Stadtsprecher Maximilian Löchter. Bei jedem verdächtigen Fall informiert die Stadt die Polizei, die die Papiere vor Ort in Augenschein nimmt und weitere Ermittlungen einleitet.

Neben der eigenen Erfahrung haben die Bürgerdienste-Mitarbeiter seit einigen Jahren ein Passprüfgerät zur Hilfe. Über verschiedene Lichtquellen tastet es die Ausweise ab und analysiert die Sicherheitsmerkmale wie Mikroschrift, Hologramm und Wasserzeichen sowie die Druckfarbe und das Kartenmaterial.

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