Das Hotel Leonardo am Burgwall begrüßt seit dem 10. August Gäste. © Oliver Volmerich
Neueröffnung am Burgwall

So viel Ruhrpott steckt in Dortmunds neuestem Vier-Sterne-Hotel

Es gibt wohl bessere Zeiten, um ein Hotel zu eröffnen, als mitten in der Corona-Krise. Das Hotel Leonardo am Burgwall hat trotzdem seine Türen geöffnet. Es lockt Gäste mit besonderem Design.

Die Hotelbranche leidet ganz besonders unter der Corona-Krise. Lange Zeit waren Hotels ganz geschlossen, jetzt bleiben die Gäste aus, weil es kaum Veranstaltungen und Tagungen gibt.

Die Zeiten von ständig steigenden Hotelgäste-Zahlen in Dortmund sind erst einmal vorbei. Im Juni 2020 lag die Zahl der Übernachtungen um 65 Prozent unter denen des Vorjahres-Monats.

Das konnte man freilich noch nicht ahnen, als das Leonardo-Hotel geplant und gebaut wurde. Das Vier-Sterne-Haus komplettiert die neue Hotelmeile am nördlichen Wallring, zu dem auch das 2019 eröffnete B+B-Hotel und das jüngst erweiterte Hotel Esplanade gehören.

Und wie das familiengeführte Hotel Esplanade setzt auch das Hotel Leonardo auf Lokalkolorit: Das Design wird von Motiven geprägt, die an die Industrie-Geschichte Dortmunds erinnern.

Das beginnt schon in der offenen Lobby, die – so der Wunsch von Hotelmanager Kevin Kasper – zum Treffpunkt für Hotelgäste, aber auch Dortmunder werden soll. Neben Sitzecken und einer Bar gibt es hier einen Co-Working-Space, der als Kurzzeit-Büro genutzt werden kann.

Erinnerungen an Kohle und Stahl

Die Rezeption zieren Erinnerungen an die große Dortmunder Stahlbau-Tradition, die durch eine spezielle Beleuchtung zur Geltung gebracht werden. Die Farbe der Beleuchtung wechselt je nach Tageszeit, erklärt Andreas Neudahm. Der Designer aus Wuppertal gestaltet alle Leonardo-Hotels in Zentraleuropa.

Die offene Hotel-Lobby soll zum Treffpunkt für Hotelgäste und Dortmunder werden.
Die offene Hotel-Lobby soll zum Treffpunkt für Hotelgäste und Dortmunder werden. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Etwas Besonders hat sich Neudahm auch für den Restaurant- und Frühstücksraum einfallen lassen. Er ist einer Zechen-Kaue nachempfunden. In der Tat erinnern die Leuchter an die Körbe, in denen die Bergleute ihr Arbeitszeug an die Decke gezogen haben.

Und im Hintergrund ist eine ganze Galerie an Fotos mit historischen und aktuellen Aufnahmen von Bergbau- und Stahlrelikten zu bewundern. Immer wieder tauchen vor allem Motive der Jugendstil-Zeche Zollern auf.

Im Frühstücksraum und Restaurant hat Designer Andreas Neudahm Erinnerungen an eine Zechen-Kaue verarbeitet.
Im Frühstücksraum und Restaurant hat Designer Andreas Neudahm Erinnerungen an eine Zechen-Kaue verarbeitet. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Die Fotogalerie mit Dortmund-Motiven setzt sich auf den Fluren des siebenstöckigen Neubaus mit den 190 Zimmern fort. In den Zimmern selbst tauchen dann auch wieder Stahl- und Feuermotive auf.

Designer Andreas Neudahm und Hotelmanager Kevin Kasper in einem der 190 Zimmer im Hotel Leonardo am Burgwall.
Designer Andreas Neudahm (l.) und Hotelmanager Kevin Kasper in einem der 190 Zimmer im Hotel Leonardo am Burgwall. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Der Hintergrund: Auch wenn Leonardo eine internationale Kette mit gut 200 Häusern in ganz Europa und Israel ist, soll das Dortmunder Haus mit seiner individuellen Gestaltung in Erinnerung bleiben.

Warten auf die ersten Tagungen

Am 10. August haben die ersten Gäste eingecheckt. 26 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende und eine duale Studentin sind für sie im Einsatz.

Die Resonanz sei sehr positiv berichtet Kasper. „Die Gästen fühlen sich wohl. Und der Hotelmanager hofft, dass nach der Corona-Krise langsam wieder Alltag einkehrt. Für September sind immerhin die ersten Konferenzen für die Tagungsräume des Hotels gebucht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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