So viele Arbeitsplätze in Dortmund hängen vom Ausland ab

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Ohne Globalisierung wäre unsere Stadt arm dran: Eine Studie zeigt, wie viele Arbeitsplätze von Dortmunder Unternehmen vom Auslandsgeschäft abhängen. Und was die Risiken sind.

Dortmund

, 25.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmunder Unternehmen sind Global Player: Die Hypo Vereinsbank hat sich einen Überblick darüber verschafft, wie viele Arbeitsplätze in den rund 20.000 Betrieben vom Ausland abhängen. Das sind fünf zentrale Aussagen aus dem Bericht:

Aussage 1: Dortmunder Industriebetriebe verdienen jeden zweiten Euro im Ausland.

Für produzierende Firmen sei die Internationalisierung ein wichtiger Umsatzfaktor, erklärt Udo Stöck, Leiter des Firmenkundengeschäfts der Hypo Vereinsbank in Dortmund. Im Verarbeitenden Gewerbe liege der Auslandsumsatz allein in der Region um Dortmund bei rund 2 Milliarden Euro: „Die Internationalisierung bietet vielen Dortmunder Unternehmen die Chance von den häufig höheren Wachstumsraten außerhalb Deutschlands zu profitieren.“

Aussage 2: Jeder 15. Arbeitsplatz hängt direkt vom Ausland ab.

Von den rund 240.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dortmund haben laut der Untersuchung rund 16.000 einen direkten Bezug zum Auslandsgeschäft. Das bedeutet, das Unternehmen, für das sie arbeiten, produziert oder betreibt Handel außerhalb Deutschlands, hat dort seinen Sitz oder Niederlassungen.

Die Zahl ist laut Udo Stöck steigend. Rechne man auch indirekt von der internationalen Wirtschaft abhängige Jobs hinzu, käme man auf einen Anteil von fast 25 Prozent.

Aussage 3: Die Internationalisierung ist für Firmen nicht ohne Risiko.

Der fiktive Fall einer Dortmunder Firma, der sich laut der Hypo Vereinsbank so ähnlich wirklich abgespielt hat, zeigt, dass die Entscheidung für einen Auslandsstandort für Firmen mit Herausforderungen verbunden ist:

Im Beispiel hat ein Dortmunder Maschinenbau-Unternehmen den Plan, zusätzlich zu seinem Dortmunder Standort eine Produktionsstätte in Rumänen zu eröffnen.

Die Hindernisse sind zunächst zahlreich: keine Bankverbindung in Rumänien, Umgang mit einer neuen Währung, geringe Kenntnisse der Rahmenbedingungen, keine Kontakte vor Ort.

Geldinstitute können den Unternehmen helfen, Kontakte vor Ort herzustellen und Standorte mit passender Infrastruktur zu finden. Nachgefragt wird außerdem häufig eine Absicherung gegen Zahlungsausfälle. Und der klassische Kredit, im Fallbeispiel in Höhe von 50 Millionen Euro.

Die Zahl von wirtschaftspolitischen Unsicherheiten ist laut eines in den USA entwickelten Indexes auf einem Höchststand. Teilweise mit kaum vorhersehbaren Folgen, sei es wegen der Brexit-Wirren oder dem Handelskrieg zwischen den USA und China. Dennoch investieren Firmen weiter im Ausland.

Aussage 4: Die Dortmunder Firmen entdecken neue Märkte.

Anteilig bleiben für NRW die Niederlande, Frankreich und Großbritannien die drei wichtigsten Exportmärkte. Doch Osteuropa gewinnt an Bedeutung, während der Austausch mit den alten Partnern stagniert.

Der Export in Länder wie Ungarn, Rumänien, Slowenien, Kroatien und Serbien ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als sieben Prozent gewachsen.

Aussage 5: Die Internationalisierung kostet nicht zwangsläufig Arbeitsplätze in Dortmund.

Im produzierenden Gewerbe folgen kleiner Firmen häufig größeren Firmen, von denen sie abhängig sind, in andere Märkte. Das gilt etwa für Zulieferer in der Autoindustrie. Laut Udo Stöck sei dadurch aber kein Arbeitsplatzabbau an den Ur-Standorten festzustellen. „Es macht die Unternehmen im Gegenteil stabiler und weniger anfällig für Krisen.“

Unter den zehn größten Arbeitgebern in Dortmund sind mit RWE, Signal Iduna, dem Maschinenbauer KHS, der Sparkasse und Thyssen Krupp mindestens fünf Unternehmen, in denen es Arbeitsplätze gibt, die unmittelbar vom Auslandsgeschäft abhängen.

So hillft die IHK bei der Internationalisierung

  • Die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK) bietet Firmen einen Fragebogen an, in dem sie ihre Fähigkeit zur Internationalisierung checken können.
  • Die IHK hilft außerdem bei der Geschäftspartnersuche im Ausland.
  • Darüber hinaus gibt es die Beratung „Start Up International“ für Gründer. Junge Unternehmen können hier unter anderem regelmäßig mit der IHK zu weltweiten Startup-Hotspots reisen, zuletzt etwa nach China.
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