So "wenig" Arbeitslose in Dortmund wie zuletzt 2011

Arbeitsagentur mit 2015 zufrieden

Der Dortmunder Arbeitsmarkt hat 2015 aus Sicht von Arbeitsagentur-Chefin Astrid Neese eine "gute, robuste, stabile Entwicklung" genommen. Zwar gab es durchschnittlich 37.414 Arbeitslose. Das waren aber so wenige wie zuletzt 2011. In diesem Jahr rechnet Neese allerdings wieder mit deutlich mehr Arbeitslosen - aus einem bestimmten Grund.

DORTMUND

, 07.01.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Chefin der Dortmunder Agentur für Arbeit, Astrid Neese, zog am Donnerstag (7. Januar) ihre Bilanz für 2015. Im Schnitt lag die Arbeitslosenquote für Dortmund im vergangenen Jahr bei 12,5 Prozent (2014: 12,8 Prozent). Sie sank im November 2015 mit 11,9 Prozent erstmals seit 2005 unter die 12-Prozent-Marke.

Großbaustelle Langzeitarbeitslosigkeit

2011 war in jüngerer Vergangenheit das Jahr, in dem es die wenigsten Arbeitslosen in Dortmund gab. Die Grafik oben zeigt: Ende 2015 näherte sich die Arbeitslosigkeit wieder jener des Jahres 2011; es gab voriges Jahr durchaus eine positive Bewegung auf dem Arbeitsmarkt.

Eine Großbaustelle bleibt die hohe Langzeitarbeitslosigkeit in Dortmund – obwohl sie 2015 gesunken ist: Im Schnitt 17.075 Menschen waren länger als ein Jahr arbeitslos, 606 weniger als 2014. Trotzdem: Aktuell 45,8 Prozent der Arbeitslosen in Dortmund sind seit einem Jahr oder länger ohne Job, also langzeitarbeitslos.

Arbeitsagentur-Chefin: "Mehr öffentliche Beschäftigung"

Im November 2015 startete die Initiative "Arbeit in Dortmund" gegen Langzeitarbeitslosigkeit: Stadt, Verbände, Kammern, Handel und andere wollen bei Arbeitgebern dafür werben, mehr Arbeitsplätze auch für Geringqualifizierte zu schaffen. Es bleibt abzuwarten, was sich hier 2016 tut.

Unabhängig davon brauche es "mehr öffentlich geförderte Beschäftigung", um die Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren, sagt Arbeitsagentur-Chefin Astrid Neese.

Prognose: 2000 bis 2500 Arbeitslose mehr

Astrid Neese sieht die Arbeitsagentur und das Jobcenter in Dortmund für alle Aufgaben und damit auch für die Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt "gut gerüstet". Durch Zuwanderung von Flüchtlingen rechnet sie aber für 2016 mit durchschnittlich 2000 bis 2500 Personen mehr in der Arbeitslosigkeit. 

Aktuell betreuen Jobcenter/Arbeitsagentur in Dortmund 2000 Personen mit Flüchtlingsgeschichte. Für viele ist der im Oktober eröffnete "Integration Point" erste Anlaufstelle. Dessen 15 Mitarbeiter könnten auf 30 aufgestockt werden, sagt Arbeitsagentur-Chefin Astrid Neese.

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