So will die Polizei gegen die Raser-Szene vorgehen

Phoenix-West und Ostwall

Illegale Autorennen auf dem Ostwall und auf Phoenix-West bereiten Polizei und Stadt Dortmund Sorgen. Dabei bringen die Treffen der Raser häufig auch Lärm und Müll mit sich. Wir erklären, wie die Behörden die Szene ausbremsen wollen.

DORTMUND

, 11.06.2015, 11:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
So will die Polizei gegen die Raser-Szene vorgehen

Mit einer Sperre wollen Ordnungsamt und Polizei verhindern, dass sich zu viele Tuner auf Phoenix-West treffen.

Polizeidirektor Edzard Freyhoff: „Wir wollen hier keinen Toten haben.“ Eine nordrhein-westfälische Szene sei auf dem Weg, sich in Dortmund zu etablieren. „Genau das wollen wir verhindern“, sagt Stadt-Sprecher Michael Meinders über das Ziel, das Polizei sowie Tiefbau- und Ordnungsamt gemeinsam erreichen wollen. Die Polizei nimmt aufgemotzte Autos unter die Lupe, kontrolliert das Tempo der Raser' tag=' und filmt die Rennen; die Stadt will es der Szene vor allem auf Phoenix-West ungemütlich machen.

Wummernde Bässe, dröhnende Motoren

Denn die Auto-Szene ist im Gewerbegebiet Phoenix-West nicht allein auf weiter Flur: Anwohner selbst aus entfernten Wohnquartieren hinter dem Westfalenpark oder Hacheney würden an Wochenenden noch in den frühen Morgenstunden die wummernden Bässe der Stereoanlagen in den Autos und die dröhnenden Motoren hören, sagte Jürgen Walther vom Ordnungsamt. Hinzu komme ein Müllproblem. Edzard Freyhoff: „Samstag- oder Sonntagmorgens müssen Spaziergänger über eine halbe Müllhalde steigen.“ Die Verursacher: bis zu 3000 Besucher in nur einer Nacht.

Felssteine und Neubauten gegen Raser

Felssteine sollen die Zufahrt auf Phoenix-West künftig erschweren. Langfristig hofft die Polizei, dass die Fläche mit immer mehr Neubauten nicht mehr so attraktiv ist. Ein Treffpunkt ist auch der große Platz unter den Hochöfen. Eigentümer „NRW Urban“ will die Zufahrt aufs Gelände verhindern. Ein Mitarbeiter: „Zum Beispiel mit großen Kanalrohren, die man von Hand nicht wegtragen kann, und dass die Ölwanne aufsetzt, wenn man doch drüber fährt.“

Polizei provoziert Staus auf dem Ostwall

Längst hat die Raser-Szene die Parkplatz-Spur neben dem Ostwall zu einer „Boxengasse“ erklärt. „Dort sitzen die Zuschauer, die auf ein Rennen warten“, berichtet Polizeidirektor Freyhoff. Um Raser auszubremsen, reduziert die Polizei die Zahl der Fahrspuren von 3 auf 1. „Wir produzieren einen Stau. Mit der Folge, dass Rennen nicht mehr möglich sind und dass auch jeder normale Autofahrer darunter leiden muss.“

Tuning ist ein legales Hobby

Immanuel Noske ist „der“ Tuning-Experte der Polizei NRW. Er differenziert: „Wir dürfen Tuner nicht stigmatisieren und nicht pauschalisieren. Tuner betreiben ein zunächst legales Hobby. Sie individualisieren ihre Autos, da kann man nichts gegen haben. Aber es gibt einige schwarze Schafe – und die bringen eine ganze Szene in Verruf' tag='.“ 

Wer illegale Autorennen fährt, muss bei klarer Beweislage mit mindestens 400 Euro Geldbuße, einem einmonatigen Fahrverbot und – je nach Verhalten – mit einer „medizinisch-psychologischen Untersuchung“ (MPU) rechnen. Die Kosten für eine MPU sind vierstellig.

 

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