Solarpark auf dem Deusenberg geht ans Netz

Erneuerbare Energie

Nach fünf Jahren Planungszeit, heftigen Debatten und Investoren-Wechseln hat der Solarpark auf dem Deusenberg am Donnerstag seinen Betrieb aufgenommen. 1000 Haushalte sollen mit dem dort produzierten Strom versorgt werden können.

HUCKARDE

, 08.06.2017, 17:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stromerzeugung auf vier Hektar: Zur Inbetriebnahme des Solarparks Deusenberg kamen (v.l.) Bezirksbürgermeister Harald Hudy, Friedrich Haarmann von der EDG, Entegro-Geschäftsführer Dieter Röttger und Ratsherr Ludger Wilde.

Stromerzeugung auf vier Hektar: Zur Inbetriebnahme des Solarparks Deusenberg kamen (v.l.) Bezirksbürgermeister Harald Hudy, Friedrich Haarmann von der EDG, Entegro-Geschäftsführer Dieter Röttger und Ratsherr Ludger Wilde.

Im Beisein von Bezirksbürgermeister Harald Hudy und Stadtrat Ludger Wilde stellten die Brüder Dieter und Thomas Röttger von der Fröndenberger Betreiberfirma Entegro die Anlage der Öffentlichkeit vor.

Auf vier Hektar hat Entegro 12.725 Solarmodule aufgebaut und insgesamt 3,6 Millionen Euro investiert. Die Anlage produziert in der Spitze 3,59 Megawatt Strom, das entspricht dem Bedarf von rund 1000 Durchschnitts-Haushalten. Die Leistungsfähigkeit des Solarparks entspricht ungefähr der von zwei mittelgroßen Windkraftanlagen. Der Park vermeidet nach Entegro-Angaben auf ein Jahr gerechnet den Verbrauch von 780.000 Kubikmetern Erdgas bzw. etwa 780.000 Litern Heizöl. Die Solarmodule haben eine „Lebenserwartung“ von 25 Jahren.

Lange Diskussion

Damit beginnt auf dem Deusenberg die Stromproduktion fast genau ein Jahr nach Eröffnung des Solarparks auf der Deponie Grevel. Die Anlage in Grevel ist mit rund 15.000 Solarmodulen etwas größer als ihre Schwester in Huckarde.

Dem Bau des Solarparks Deusenberg war eine lange Diskussion vorausgegangen. Politik und Anwohner fürchteten um den Freizeitwert des mittlerweile lieb gewonnenen Hügels. Entegro übernahm das Projekt vor zwei Jahren und überzeugte die Politik mit einer Überplanung, die genug Raum für Spaziergänger, Mountainbiker und Drachenflieger ließ. „Außerdem konnten wir die Leistung von 2,4 auf 3,6 Megawatt steigern, ohne sie zu vergrößern“, sagte Geschäftsführer Dieter Röttger bei der Inbetriebnahme.

Nach der Baugenehmigung ging es schnell, die Module standen bereits nach zweieinhalb Monaten. Der Anschluss für die Einspeisung war knifflig, weil die Leitungen des Versorgers DSW 21 durch den Hafen gehen, und dauerte noch mal zweieinhalb Monate.

Beteiligung

Den Solar-Strom bekommen nun alle Verbraucher, die bei ihrem Versorger Ökostrom gebucht haben. Noch besteht auch die Möglichkeit, mit dem Solarpark Deusenberg, Geld zu verdienen. Sobald ein Gutachter den Solarpark technisch abgenommen hat, vertreibt der Solarverein Renergie Beteiligungen ab 1000 Euro Anlagekapital. Dieter Röttger rechnet mit einer Rendite von drei bis vier Prozent.

Die verbauten Solarmodule stammen von der Firma Neo Solar Power (NSP) aus Taiwan. Die Firma Entegro Photovoltaik-Systeme GmbH plant momentan keine weiteren Solarparks in Dortmund. Obwohl es noch ein paar gute Halden in Dortmund gibt, sagt Dieter Röttger.

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