Sommerwerkstatt im Depot

DORTMUND Die sechste Sommerwerkstatt im Depot, eine intensive Arbeitswoche von 22 Künstlern der Region, hat hervorgebracht, was sich sonst unter der Oberfläche verbirgt: Nicht nur auf den Leinwänden, auch unter der Oberfläche von Künstlerseelen schlummern manchmal verborgene Seelen. Entsprechend vielfältig und originell sind die Ergebnisse der Ausstellung.

von Von Julia Gaß

, 13.07.2008, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Paola Manzur-Castillo erzählt mit einem Scherenschnitt an der Wand und Topfblumen in einer Wand-Installation im Depot die Geschichte einer Blumenverkäuferin.

Paola Manzur-Castillo erzählt mit einem Scherenschnitt an der Wand und Topfblumen in einer Wand-Installation im Depot die Geschichte einer Blumenverkäuferin.

Der Schwerpunkt der Ausstellung iegt im Bereich Performance und Installation. Unter der Oberfläche finden sich in den Mischtechnik-Arbeiten von Monika Pfeiffer immer viele Schichten von Farbe, Sand, Spachtelmasse und Japanpapieren. Kleine Arbeiten im Kästchen hat die Depot-Künstlerin in der Werkstatt gemalt und ein großes Bild in für sie ungewöhnlich kräftigen Farben.

Verborgenes zeigt Beate Bach in Ikonografien, Klappaltären, die Türen in mystische, romantische, märchenhafte Fantasiewelten öffnen. Im Mittelpunkt der Collagen steht immer die Künstlerin auf ihren Fotos. Zwischen Poesiealbum-Bildchen, Blumen und Fantasy-Wesen.

Zum Geschichten erfinden luden viele Arbeiten. Paola Manzur-Castillo erzählte mit ihrer Installation mit Topfblumen, Scherenschnitten, Foto von einem Blumenstand und einem leeren Stuhl auf verschiedenen (Raum-)ebenen die Geschichte einer Frau, die aus diesem Bildraum flüchten wollte.

Interaktiv und humorvoll ist Dieter Fischer mit dem Thema der Sommerwerkstatt umgegangen. Er hat ein Regal gebaut, das er ohnehin für seine Galerie brauchte, es mit kuriosen Gegenständen gefüllt und mit Folie verschlossen. „Werfen Sie hinein, was Sie schon immer unter den Teppich kehren wollten“, ermunterte er die Besucher auf einem Schild an einer Holzklappe. – Geblümte Unterwäsche waren die ersten Objekte, die sich dort wiederfanden.

Die Glas-Fusion-Objekte von Heide Kemper zeigen immer Dinge unter der Oberfläche, auch Textilkünstlerin Petra Grenz hat spielerisch mit Verbindungen von Holz und Metall, Textil und Leder mit dem Werkstatt-Motto spannend experimentiert. Am nachdrücklichsten taten das am Samstag die Musiker, die in einer Performance von Klangkünstlerin Limpe Fuchs mit Schlagwerk die Halle des Depots zum Klangkörper machten, unter dessen Dach es mächtig vibrierte.

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