Sonntagseinkauf sorgt für Zündstoff

Nach dem Urteil

DORTMUND Die Freigabe aller vier Adventssonntage in der Bundeshauptstadt verstößt gegen den Sonntagsschutz im Grundgesetz. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe befunden. In Dortmund haben die Sonntage auch schon für Zündstoff gesorgt.

von Von Bettina Kiwitt und Jörg Heckenkamp

, 02.12.2009, 05:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch das regnerische Wetter hinderte die Dortmunder nicht, am verkaufsoffenen Sonntag im Oktober in die City zu gehen.

Auch das regnerische Wetter hinderte die Dortmunder nicht, am verkaufsoffenen Sonntag im Oktober in die City zu gehen.

Am 6. Dezember bleibt im Indu-Park allerdings der real geschlossen. Zu den Gründen wollte die Geschäftsleitung keine Stellung beziehen. Aber der Betriebsrat. „Unsere Mitarbeiter sollen auch einen Ruhetag haben“, so Marco Anuth von der Arbeitnehmervertretung. Daher habe man die Öffnung abgelehnt.

Während die großen Häuser in der Regel immer Interesse an verkaufsoffenen Sonntagen haben, sind die kleineren zurückhaltener. „Der verkaufsoffene Sonntag verlagert Umsätze nur“, meint Matthias Hilgering vom Vorstand des City-Rings und Chef vom Weinhaus Hilgering. Die drei verkaufsoffenen Sonntage, die die City jetzt habe, reichten aus. „Das ist ein Marketinginstrument, das man nicht zu sehr ausreizen darf.“

Ähnlich sieht das Axel Schröder, Vorsitzender vom City-Ring. Darüber hinaus sollte man die Mitarbeiter in der Vorweihnachtszeit nicht noch mehr belasten. Über die offenen Sonntage im kommenden Jahr habe man im City-Ring noch gar nicht gesprochen. Doch die drei bisherigen hätten sich gut eingespielt. Selbst Kaufhof & Co. haben nie das Thema aufgebracht, an allen vier Adventssonntagen öffnen zu wollen, wie es in Berlin der Fall ist. Kaufhof-Chef Bernd Düvel kann mit der derzeitigen Regelung „gut leben“.

Paul-Gerhard Stamm, Vorstandsvorsitzender des ev. Kirchenkreises, hat das Karlsruher Urteil mit Genugtuung aufgenommen: „Der Sonntag ist gestärkt worden. Wir plädieren dafür, überhaupt keinen verkaufsoffenen Sonntag anzubieten.“  

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