Noch mehr Sorgen bei Dortmunds Hoteliers - „Hotel Office“ kaum gefragt

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Dortmunder Hotels bieten eine Alternative zum Homeoffice an. Beim „Hotel Office“ können Kunden sich dort ein temporäres Büro einrichten. Aber nur wenige nutzen das Angebot.

Dortmund

, 22.04.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Corona-Krise fällt dem Arbeiten von zuhause aus eine neue Bedeutung zu. Zahlreiche Arbeitgeber ermöglichten ihren Beschäftigten in den vergangenen Wochen das Arbeiten im sogenannten Homeoffice.

In den eigenen vier Wänden dem täglichen Büro-Job vom Laptop aus nachzugehen, bedeutet aber für viele auch, sich völlig neuen Herausforderungen zu stellen. Was tun, wenn das Zuhause keine entsprechende Arbeitsatmosphäre zulässt?

Für jene, die befürchten, dass ihnen daheim die Decke auf den Kopf fallen könnte, bieten mittlerweile einige Gastgewerbebetriebe ein „Hotel Office“ an. So zum Beispiel auch das Dortmunder Stays Design Hotel an der Paderborner Straße 79.

So funktioniert "Hotel Office"

Weil touristische Übernachtungen in Hotels durch einen Landeserlass verboten sind, dürfen die Hoteliers derzeit privaten Gästen nur über Tag Zimmer vermieten. Um die daraus entstehenden Umsatzeinbußen aufzufangen, hat man das Modell „Hotel Office“ ins Leben gerufen.

„Hotel Office“ meint, dass die ansonsten leer stehenden Zimmer tageweise als Arbeitsräume für Einzelpersonen gemietet werden können. Im Stays Design Hotel können Kunden zum Beispiel zwischen verschieden ausgestatteten Zimmern mit 11 bis 33 Quadratmetern Fläche wählen.

Gratis-W-Lan, Lunchpakete, zusätzliche Arbeitstische und weitere Extras gehören je nach gewähltem Angebotspaket mit dazu, wenn man von 8 bis 18 Uhr täglich dort seinen Laptop aufstellen möchte.

Kaum Resonanz

„Tageszimmer ohne Übernachtungen haben wir schon lange im Angebot, für die Hotel-Office-Pakete haben wir uns von anderen Häusern mit ähnlichen Angeboten inspirieren lassen“, erzählt Lea Moers, kaufmännische Leiterin des Stays Design Hotels.

Entgegen der Erwartung sind die neuen Hoteloffice-Pakete im Stays Design Hotels bisher aber so gut wie überhaupt nicht nachgefragt, wie Lea Moers berichtet.

Gerade mal ein Gast habe in den vergangenen zwei Wochen „Hotel Office“ gebucht. „Was jetzt die Gründe für die geringe Resonanz sind, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen“, so Moers.

Nicht mal ein Notnagel

Dass es bisher so gut wie keine Nachfrage bei „Hotel Office“-Angeboten in der Region gibt, bestätigt zudem der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Nordrhein-Westfalen.

„Die Angebote funktionieren für die Hoteliers offenbar nicht einmal als Notnagel“, sagt Dehoga-NRW-Sprecher Thorsten Hellwig. Gerade jene Betriebe, die aktuell nur wenige Geschäftskunden haben, hätten vergeblich gehofft mit „Hotel Office“ Umsatzeinbußen bei den touristischen Übernachtungen auffangen zu können.

In der Realität sei die Idee bis jetzt einfach nicht aufgegangen. Und selbst, wenn Bund und Länder künftig die Auflagen bei der Bekämpfung der Verbreitung von Corona-Infektionen lockerten, stehe die Branche vor einer ungewissen Zukunft.

Direkte Hilfen gefordert

„Selbst, wenn der touristische Betrieb in den Hotels unter Auflagen wie Abstandsregelungen und der Einhaltung verschärfter Hygieneverordnungen wieder aufgenommen wird, so werden künftig nur rund 70 Prozent des bisherigen Umsatzes erwirtschaftet werden können“, sagt Thorsten Hellwig.

Den bisherigen Rettungsschirmen von Bund und Ländern müssten direkte Hilfen folgen, um das Massensterben in der Branche zu verhindern. Laut Dehoga wäre eine dauerhafte Herabsetzung der Mehrwertsteuerabgaben eine denkbare Direkthilfe für Hoteliers.

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