Die Stadt Dortmund möchte Schulen wieder schließen und User im Netz reagieren deutlich, teils negativ, teils positiv. © picture alliance/dpa
Schulschließungen

Soziale Medien: „Der Kampf gegen die Dunkelheit beginnt in Dortmund“

Die Stadt Dortmund möchte alle Schulen bis zu den Osterferien wieder schließen, die Landesregierung sagt Nein. Nicht weniger gegensätzlich wird das Thema in den sozialen Medien diskutiert.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag (16.3.) vermeldete Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD), dass die Stadt plane, ab Mittwoch (17.3.) alle Schulen wieder zu schließen. Grund für die Schließungen seien die Ausbreitung der britischen Mutation sowie der Astrazeneca-Impfstopp.

Wenig später reagierte die Landesregierung: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wies die Pläne der Stadt Dortmund zurück. Auf einer Pressekonferenz erklärte er: „Eine Schulschließung ist bei einer Inzidenz von 71 wie in Dortmund kein Thema.“

Auf Facebook werden unsere Artikel intensiv diskutiert. Dabei stehen sich die Kommentierenden größtenteils in zwei konträren Lagern gegenüber: Die Einen freuen sich über mögliche Schließungen, die anderen lehnen sie kategorisch ab. Abwägende oder unentschlossene Kommentare gibt es kaum.

„Schule auf, Schule zu…“

So schreibt eine Userin noch vor der Reaktion der Landesregierung: „Ihr wollt uns und die Kinder doch verarschen!!! Dafür hab ich keine Worte und kein Verständnis mehr.“ Besonders scheinen sich die Kommentierenden an den stetig wechselnden Maßnahmen zu stören:

„Jetzt gehen die Kids seit zwei Tagen wieder, freuen sich so sehr darauf, und jetzt sowas?“ Eine Andere Nutzerin schreibt: „Schule auf , Schule zu … aber ist ja kein Problem, machen wir normal arbeitenden Eltern wieder mal zuhause neben unseren eigentlichen Jobs.“

Viele Eltern berichten von den Schwierigkeiten, Kinderbetreuung und Beruf zu vereinen, und von psychischem Stress, dem die Kinder ausgesetzt seien, weil sie auf soziale Kontakte verzichten müssten.

Positives Feedback und Differenzen mit der Landesregierung

Allerdings sind auch viele User im Netz glücklich über die Ankündigung Westphals. Ein Nutzer freut sich beispielsweise über eine „mutige und richtige Entscheidung“, bei Twitter schreibt ein anderer Kommentator sogar: „Der Kampf gegen die Dunkelheit beginnt also in Dortmund.“

Auch auf dem Twitter-Account der Stadt Dortmund wird die Mitteilung emotional diskutiert. Dort findet ein User, der Vorstoß sei „absolut richtig und verantwortungsbewusst!! Gerade weil auch Kinder leider gefährdeter sind.“

Landesregierung und Stadt uneins – „Was ein Chaos“

Ein anderer Kommentar an gleicher Stelle spielt auf die Diskrepanz an, die zwischen den Beschlüssen der Landesregierung und der Stadt Dortmund besteht: „Ob Frau Gebauer mit so viel Vernunft und Weitsicht klarkommt?“

Diesbezüglich schreibt auch ein User: „Liebe Stadt Dortmund und lieber Thomas Westphal, bitte setzt euch gegenüber der Landesregierung durch!!“

Die unterschiedlichen Auffassungen von Stadt und Land werden dabei selbst zur Zielscheibe der Kritik: „Himmel noch mal, was soll das? Werdet ihr euch noch mal einig, das ewige Hin und Her ist unerträglich“, schreibt eine Userin nach der Pressekonferenz des Landes. „Was ein Chaos“, kommentiert eine Andere.

Hauptsache Mallorca

Dabei spiegelt die Politik womöglich nur die Uneinigkeit wider, die auch in der Gesellschaft und somit den sozialen Netzwerken zu beobachten ist. Wo nach der Ankündigung von Westphal Freude herrschte, kehrte wenig später Wut ein und dieselben User, die erst „fassungslos“ waren, sind nun „erleichtert“.

Einig sind sich die meisten Nutzer nur darin, dass Mallorca-Urlaube in Anbetracht von Schulschließungen kaum nachzuvollziehen seien und so ist einer der häufigsten Kommentare zu dem Thema ein ironisches „Hauptsache Mallorca“.

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