Sozialplan für HSP soll Ende der Woche stehen

Dortmunder Spundwandhersteller

Bei Hoesch Spundwand und Profil (HSP) in Dortmund ist zum Jahresende wohl Schluss. Die Salzgitter AG will ihre Tochter schließen. Der von der Konzern-Spitze sowie dem HSP-Betriebsrat und der IG Metall verhandelte Sozialplan nimmt Formen an, soll Ende der Woche stehen. Und es gibt positive Signale.

DORTMUND

, 01.12.2015, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sozialplan für HSP soll Ende der Woche stehen

Bei Hoesch Spundwand und Profil ist die letzte Schicht gelaufen.

Laut Betriebsrat sind 150 Ersatzarbeitsplätze in Sicht. Seit Freitag (27. November) fanden im HSP-Werk an der Alten Radstraße in Dortmund an mehreren Tagen Verhandlungen über den Sozialplan statt. Vertreter des HSP-Betriebsrates sowie der IG Metall einerseits und die Spitze des HSP-Mutterkonzerns Salzgitter AG andererseits saßen zusammen.

HSP-Sozialplan soll in einigen Tagen unterschrieben werden

Der Sozialplan ist eine gesetzlich vorgeschriebene Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber. Er muss her, wenn aus einer "Betriebsänderung" – hier: der Schließung – wirtschaftliche Nachteile für die Mitarbeiter entstehen. Wenn diese also ihren Arbeitsplatz verlieren. Laut Olaf Pütz, Sprecher des HSP-Betriebsrates, soll der fertige Sozialplan am Freitag (4. Dezember) oder Montag (7. Dezember) unterschrieben werden. 

Pütz zufolge besteht der derzeitige Entwurf des Sozialplans aus drei Säulen. Die Salzgitter AG stelle 29,2 Millionen Euro bereit. 

  • Transfergesellschaft: Jeder der 343 Mitarbeiter, ob 1 oder 20 Jahre bei HSP, könne zum 1. Januar 2016 für ein Jahr in eine Transfergesellschaft wechseln, eventuell länger. Die Mitarbeiter erhalten 85 Prozent ihres letzten Netto-Lohns und können sich qualifizieren und beruflich orientieren.
  • Ersatzarbeitsplätze: Laut Pütz gibt es in NRW bei anderen Firmen des Salzgitter-Konzerns beziehungsweise Firmen, an denen der Konzern beteiligt ist, 150 freie Arbeitsplätze. Im Sozialplan wolle man Salzgitter darauf "festnageln", dass diese Plätze HSP-Leuten zur Verfügung stehen. Eine Salzgitter-Tochter ist etwa der Dortmunder Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen, KHS.
  • Abfindungen: HSPler, die nicht in die Transfergesellschaft wollen und keinen Ersatzarbeitsplatz finden, erhalten eine Abfindung. Deren Höhe bemisst sich nach dem Lohn und der Betriebszugehörigkeit.

An Freitag (4. Dezember) wird der Sozialplan bei einer Belegschaftsversammlung im Werk vorgestellt. 

Bis zur Schließung beleiben noch 30 Tage

Nach Angaben des HSP-Betriebsrates laufen weiterhin die Gespräche mit einem Investor, der Interesse habe, das Werk fortzuführen. Bis zur Schließung bleiben aber nur noch 30 Tage – die Chancen für eine Übernahme schwinden.

Nach wie vor fordern allerdings einige Politiker den Erhalt des Traditionsbetriebs. Hintergrund: Es gibt Ankündigungen der Bundesregierung, in den Küstenschutz zu investieren. Dafür werden Spundwände benötigt, wie sie außer HSP nur noch Arcelor in Luxemburg produziert.

Daher müsse man HSP unbedingt erhalten, hieß es im Oktober von den NRW-Ministern für Arbeit und Wirtschaft. Sie wandten sich mit der Bitte um Erhalt des Werkes an die niedersächsische Landesregierung – dem Land Niedersachsen gehören 26,5 Prozent der Salzgitter AG. Über eine Reaktion auf den Brief ist bisher öffentlich nichts bekannt.

Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sachen HSP 

In der letzten Novemberwoche schrieb Dortmunds Bundestagsabgeordneter Thorsten Hoffmann (CDU) gar einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Bitte, sich für den Erhalt von HSP einzusetzen.

Merkel könne "Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken", erklärte Hoffmann am Montag (30. November) seine Motivation. Er habe auch das Bundeswirtschafts- und das Bundesverkehrsministerium bezüglich HSP angeschrieben. Rückmeldungen habe er noch nicht erhalten, sagte Hoffmann am Montag.

Lesen Sie jetzt