Später zur Schule für die Umwelt?

Wer ein großes Ziel erreichen will, muss manchmal ungewöhnliche Wege gehen. Im Kampf gegen Feinstaub denken Verkehrsexperten deshalb sogar über eine Entzerrung der Schulanfangszeiten nach.

05.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Hintergrund sind die Überlegungen zum regionalen Luftreinhalteplan bei der Bezirksregierung in Arnsberg, die auch den Öffentlichen Nahverkehr in den Blick nehmen.

Ein Ansatzpunkt ist dabei nach Ansicht der Experten nicht zuletzt der Schülerverkehr, für den allmorgendlich allein in Dortmund 38 Busse rollen - aus Kapazitätsgründen oft ältere Modell mit entsprechend schlechten Umweltwerten. Wird der Schulanfang zeitlich entzerrt, könnte, so die Überlegung, auf den Einsatz dieser älteren Busse verzichtet werden. Nicht zuletzt könnte generell der morgendliche Berufsverkehr entlastet werden, wenn weniger Busse zeitgleich auf den Straßen sind.

"Je unterschiedlicher die Anfangszeiten in den Schulen, desto flexibler kann man disponieren", bestätigt Stadtwerke-Sprecher Bernd Winkelmann. Allerdings weiß er auch, dass eine Verschiebung der Schulzeiten nicht einfach durchzusetzen wäre. "Das ist ein ziemlich großes Rad, weil in familiäre und schulische Strukturen eingegriffen wird", erklärt Winkelmann.

Eine Projektgruppe aus dem Arbeitskreis zur Vorbereitung des Luftreinhalteplans soll deshalb zunächst einmal weitere Daten zum Schülerverkehr sammeln und mit Schulen und Schulträgern Kontakt aufnehmen. Die Schulanfangszeiten könnten dann stufenweise geändert werden. Ziel ist, zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 pro Stadt an mindestens drei Schulen den Schulanfang zu verschieben. Bis zum Herbst 2010 könnte das Projekt dann abgeschlossen werden.

Voraussetzung ist natürlich, dass die Idee in den Regionalen Luftreinhalteplan aufgenommen wird, der von Dortmund bis Herne reicht und an dem die Bezirksregierung derzeit arbeitet. Bis Ende des Jahres sollen alle Vorschläge auf dem Tisch liegen und abgestimmt werden.

Wahrscheinlich ist dann auch die Einführung einer Umweltzone mit Beschränkungen für den Autoverkehr, die zumindest das Innenstadt-Gebiet von Dortmund umfasst. Denn wie Berechnungen des Landesumweltamtes zeigen, ist nicht allein die Brackeler Straße von erhöhten Feinstaub- und Stickoxid-Werten betroffen. Oli

Seite 2: Neuer Entwurf

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