Schwarzrot beschließt Zusammenarbeit in Hombruch – Grüne außen vor

rnBezirksvertretung Hombruch

CDU und SPD haben sich im Stadtbezirk Hombruch auf eine Zusammenarbeit verständigt. Die Grünen zeigen sich überrascht von dieser Koalitions-Entscheidung.

Hombruch

, 04.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die Grünen in Dortmund bei der Stichwahl für den Oberbürgermeister den CDU-Kandidaten Andreas Hollstein unterstützt hatten, lag auch im Stadtbezirk Hombruch eine Zusammenarbeit in der Luft.

Zumal auch die Stimmverteilung mit 29,61 Prozent für die CDU und 27,98 Prozent für die Grünen (SPD 25,51 Prozent) diese Lösung nahelegte. Beiden Fraktionen kommen in der neuen Bezirksvertretung sechs Sitze zu.

Jetzt haben sich jedoch überraschend CDU und SPD auf eine Zusammenarbeit geeinigt, wie die Fraktionsvorsitzenden bestätigen. Die Grünen bleiben außen vor und nehmen auf der Oppositionsbank Platz. Und das trotz „durchaus konstruktiver Sondierungsgespräche“, wie Grünen-Fraktionssprecherin Susanne Lohse bestätigt.

Grüne zeigen sich enttäuscht

„Nach Beratung mit der Parteibasis war für uns klar, wir hätten die Zusammenarbeit mit der CDU gerne fortgesetzt, nun als gleich starke Partner. Schließlich gingen beide Parteien mit dem Wunsch nach Veränderungen für die Stadt Dortmund in den Wahlkampf.“

Hombruch bekommt einen neuen Bezirksbürgermeister.

Hombruch bekommt einen neuen Bezirksbürgermeister. © Linnhoff (A)

Unterschrieben ist der Koalitionsvertrag noch nicht, die Absicht zur Zusammenarbeit ist aber fest bekundet, bestätigen die Sprecher der Fraktionen.

„Nuancen“ hätten für die Entscheidung den Ausschlag gegeben, sagt Guido Preuss, der neue Fraktionsvorsitzende der CDU in Hombruch. In einigen Punkten komme man mit den Einstellungen der SPD einfach besser zurecht, beispielsweise in der Verkehrspolitik. „Sonst müssten wir uns zu sehr verbiegen.“

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Auch die SPD hatte Gespräche mit beiden Fraktionen geführt. „Wir haben die Wahlkampfprogramme verglichen und mehr Übereinstimmungen mit der CDU gefunden“, sagt Volker Schultebraucks, SPD-Spitzenkandidat und Vorsitzender des Stadtbezirks Hombruch.

Das verwundert Susanne Lohse, Fraktionssprecherin der Grünen in der alten und neuen Bezirksvertretung: „Im Verlauf unseres Sondierungsgesprächs gab es wenig strittige Punkte. Für diese hätte man in weiteren Gesprächen aber bestimmt eine Lösung finden können“, bedauert sie. Nun hätten sich „die beiden Parteien mit den größten Stimmenverlusten“ zusammengeschlossen.

„Koalition lässt aus Angst vor Veränderung der Stadtbezirk erstarren“

„Für uns bleibt so der Eindruck, dass es hier mehr um Posten als um Inhalte geht“, meint Ingo Börnig, Sprecher der Hombrucher Grünen. „Die Wählerinnen und Wähler haben uns Grünen größeren Einfluss geben wollen, aber nun lässt eine Koalition aus Angst vor Veränderung den Stadtbezirk erstarren, anstatt mutig mit uns die lebenswerte Zukunft zu gestalten.“

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Für die Grünen war auch die Teilung des Bezirksbürgermeister-Amtes zwischen beiden gleich großen Fraktionen innerhalb der Legislaturperiode im Gespräch. An diesem Punkt habe es gehakt, gibt Susanne Lohse zu.

Die neuen Koalitionspartner sind sich da einig: Eine Zeitlösung mit einem Wechsel des Bezirksbürgermeisters nach zwei oder drei Jahren kommt für beide nicht in Frage. „Wir wollen stabile Verhältnisse“, sagt Volker Schultebraucks. Guido Preuss meint, ein Wechsel „würde das Amt beschädigen“.

Es soll ein gemeinsamer Bezirksbürgermeister-Kandidat für die vollen fünf Jahre aufgestellt werden. Das wird aller Voraussicht nach CDU-Spitzenkandidat Nils Berning sein. Der Nachfolger von Hans Semmler wird in der konstituierenden Sitzung am 17. November (Dienstag) gewählt. Der amtierende Bezirksbürgermeister wollte die neue Allianz nicht kommentieren.

Die Grünen kündigen bereits an, bei der Wahl nicht dem schwarzroten Vorschlag zu folgen, sondern mit Jürgen Brunsing an ihrem eigenen Kandidaten festzuhalten.

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