Der Blick vom Westenhellweg auf das Penthouse im vierten und fünften Stock des New-Yorker-Gebäudes. Der Zugang erfolgt über einen spektakulären gläsernen Außenaufzug. © Thomas Thiel (Archivbild)
Seit 20 Jahren ungenutzt

Spektakuläres City-Penthouse zu vermieten – Preis lässt den Atem stocken

Das zentrale Penthouse ist der längste Leerstand der City und eine der spektakulärsten Immobilien Dortmunds. Nun gibt es erneut den Versuch, es zu vermieten - zu einem ebenso spektakulären Preis.

Es ist die vielleicht kurioseste Immobilien-Geschichte Dortmunds: Mitten im Herzen der Stadt, im vierten und fünften Stock über dem Alten Markt, thront seit über 20 Jahren ein ungenutztes Penthouse.

Seit das alte Sinn-Leffers-Gebäude am Westenhellweg Ende 1999 für seinen neuen Hauptnutzer, die Modekette New Yorker, komplett umgebaut wurde, stehen die spektakulären Räume mit Fensterfront zum Alten Markt, 200 Quadratmeter großer Süd-Dachterrasse und schrägem Glas-Aufzug zum Westenhellweg leer.

Über den Dächern von Dortmund: Das Penthouse thront über dem Alten Markt und hat eine 200 Quadratmeter große Dachterrasse. © Thomas Thiel (Archivbild)

Nun hat der Besitzer des Gebäudes – eine Immobiliengesellschaft der New-Yorker-Gruppe – einen neuen Versuch gestartet, das Penthouse zu vermieten: Seit kurzem gibt es ein Inserat auf der Internet-Plattform „Immobilienscout24“.

Ein Schnäppchen ist das Penthouse nach wie vor nicht: Die 800 Quadratmeter der „Fläche für Büro/ Praxis in Bestlage“ werden dort für 12.400 Euro Kaltmiete pro Monat (was 15,50 Euro pro Quadratmeter entspricht) angeboten. Obendrauf kommen 3575 monatliche Nebenkosten.

Auch über zwei Jahrzehnte nach seiner Entstehung ist das Penthouse immer noch im „veredelten Rohbau“-Zustand. „Daher sind Ausbauten und Aufteilung in Absprache zwischen Mieter und Vermieter möglich. Nach Preisvorgaben des Vermieters.“

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Rundgang durch das Luxus-Penthouse am Alten Markt

Ursprünglich hatte es ganz andere Pläne für das Penthouse gegeben. Der Bauherr – der New-Yorker-Eigentümer Fritz Knapp – wünschte sich „einen Gastronomie-Tempel, der vom himmlischen Frühstück bis zur Happy Hour mit freiem Blick über Dortmund alles bieten konnte“, erinnerte sich der Hannoveraner Architekt Karsten K. Krebs, der das Penthouse entworfen hatte, 2018 in einem Artikel unserer Redaktion über die Immobilie.

Das Penthouse erstreckt sich über zwei Etagen, befindet sich aber seit über 20 Jahren im Rohbau-Zustand. © Thomas Thiel (Archivbild)

Mehrere Makler versuchten sich im Laufe der Jahre an der Aufgabe, das Penthouse zu vermieten – immer wieder tauchten die Räume in Immobilienportalen im Internet auf. Zugegriffen hat bisher keiner.

Ende Dezember habe es so ausgesehen, als wäre endlich ein neuer Mieter gefunden, sagte die zuständige Mitarbeiterin der New-Yorker-Immobiliengesellschaft unserer Redaktion: Eine Zahnarztpraxis wollte dort einziehen. Doch dann sei das Mietverhältnis in letzter Minute doch nicht zustande gekommen – die Praxis entschied sich für andere Räume.

Der für die Immobilie aufgerufene Mietpreis ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2018 rief New Yorker noch rund 12 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter auf – bedeutend weniger als die aktuellen 15,5 Euro.

Die jüngste Mietforderung ist jedoch weit unter dem Niveau der Nullerjahre, an das sich ein ehemaliger Immobilienmakler in unserem 2018er-Artikel erinnerte: Damals hätten Mieter für die Räume warm „weit über 20.000 Euro“ im Monat bezahlen sollen. Sicher ein Grund dafür, warum das Penthouse auch über nach 20 Jahren immer noch auf seinen ersten Mieter wartet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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