Spendabler Nachbar rettet frierende Mieter

Nach Ärger mit Vermieterin

Ein Wochenende lang froren die Mieter von zwei Häusern an der Brechtener Straße - wegen ihrer Vermieterin: Die hatte Rechnungen nicht bezahlt, also hatte DEW21 den Gashahn zugedreht. Dass die Heizungen wieder funktionieren, verdanken die Mieter einem spontanen Akt der Nachbarschaftshilfe.

BRECHTEN

, 02.12.2014, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mussten sich angesichts der kalten Heizung warm anziehen: Renate-Maria Sosinska (M.), ihr Sohn Adam (l.) und Nachbarin Ruth Wiederholdt (r.).

Mussten sich angesichts der kalten Heizung warm anziehen: Renate-Maria Sosinska (M.), ihr Sohn Adam (l.) und Nachbarin Ruth Wiederholdt (r.).

Am Montag wurde es dann endlich wieder warm: Kurz nach 9 Uhr wurden die Häuser wieder an die Gasversorgung angeschlossen, wie Mieterin Renate-Maria Sosinska mitteilte. Dr. Michael Balke, Richter im 7. Senat des Niedersächsischen Finanzgerichts und Nachbar von gegenüber, wollte nicht tatenlos zusehen, wie unschuldige Menschen leiden. Seine Frau, Dr. Sabine Hartmann, und er überwiesen den Zahlungsrückstand von 5000 Euro an die DEW. „Wir sind den beiden sehr dankbar dafür“, sagt Renate-Maria Sosinska. „Ich habe gleich volle Pulle geheizt“, erzählt sie, denn über das Wochenende sei es sehr ungemütlich in der Wohnung gewesen, teilweise unter 10 Grad, und selbst mit Heizlüfter allenfalls 13 Grad, so die Mieterin, die mit ihrem achtjährigen Sohn Adam an der Brechtener Straße wohnt. Dank viel Bewegung und Wärmeflasche seien sie gesund geblieben. Eine andere Familie habe bei der Schwiegermutter übernachtet, weil die kleine Tochter vor Kälte geweint habe.

Gleich am Samstag hatte Dr. Balke mit mehreren betroffenen Mietern gesprochen. Seine Frau und er verteilten daraufhin drei kleine elektrische Heizgeräte, und auch andere Nachbarn lieferten eine Wärmenotversorgung. Der Richter intervenierte sogleich, setzte sich mit dem Störungsdienst der DEW, der Polizei und auch mit der Stadt in Verbindung. Doch zunächst ließ sich nichts bewegen. Michael Balke sieht in der Versorgungsunterbrechung eine erhebliche Gesundheitsgefährdung der Mieter. Er argumentiert, dass die DEW gegenüber der Vermieterin einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vor Gericht erwirken und so die Zahlungen für die Energieversorgung sicherstellen könnte. Auch müsse den Mietern mindestens 14 Tage im Voraus eine eventuelle Versorgungs-Kappung mitgeteilt werden, damit sie reagieren könnten. „Wir sind diesmal und im September nicht von der DEW informiert worden“, sagt Renate-Maria Sosinska. „Es hing auch kein Zettel im Hausflur.“ Die Mieter wollen in Zukunft die Energiekosten selbst überweisen.

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