Sperrung der Stadtrat-Cremer-Allee: Ein Ortsteil fühlt sich abgeschnitten

rnVerkehr in Dortmund

Stadtkrone Ost gegen Gartenstadt. Das Ergebnis dieses „Zweikampfes“ ist völlig offen. Es geht um die Sperrung einer Straße und den Riss durch eine nachbarschaftliche Beziehung.

Schüren

, 09.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Blumenkübel oder sogar Poller. Die Gartenstadt, die zur Innenstadt Ost gehört, macht ihre Grenzen dicht. Aus Richtung Osten, nämlich aus dem Bereich der Stadtkrone Ost, die im Stadtbezirk Aplerbeck liegt, soll die Zufahrt verwehrt werden.

Abschottung gegen Schleichverkehr, wie es Bürger aus der Gartenstadt während der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt-Ost formulierten. Die Politiker der BV folgten den Forderungen und beschlossen das Dichtmachen der Stadrat-Cremer-Allee und der Stangefolstraße.

Zahlreiche Schürener nutzen die Straße

Nur, wie sieht man die Situation nun in Aplerbeck? Dem Stadtbezirk Aplerbeck ist die Stadtkrone Ost zugeordnet und dort wird nun befürchtet, von einer wichtigen Zufahrt abgeschnitten zu sein.

Jetzt lesen

Denn, dass zahlreiche Schürener und Anwohner der Stadtkrone Ost auch den Weg über die Stadtrat-Cremer-Allee nehmen, ist ein offenes Geheimnis- und auch legal. Denn die großzügige Straße südlich der B1 ist weder eine Anliegerstraße oder sonst etwas - sie ist eine Verbindungsstraße wie es Hunderte im Dortmunder Stadtgebiet gibt.

Thema in der Bezirksvertretung

„Wir sind natürlich nicht erfreut über die Entwicklung“, sagt Aplerbecks Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD). Und weil das Problem den Aplerbeckern unter den Nägeln brennt, wird es auch am Dienstag (10.3.) auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung in Aplerbeck auftauchen. Die beginnt um 15 Uhr im Amtshaus am Marktplatz.

Jetzt lesen

Aber, was kann man machen? „Wir werden den selben Antrag auf den Tisch bringen, wie er schon in der Sitzung der Innenstadt Ost gelaufen ist“, sagt Jürgen Schädel. Und der betrifft nicht die Sperrung der Straße, sondern es geht um mehr.

Neues Verkehrskonzept wird gefordert

„Ein Verkehrskonzept muss kurzfristig erstellt werden. Und zwar möglichst extern“, so Aplerbecks Bezirksbürgermeister. Gelten soll dieses dann für den Bereich Semerteichstraße, Marsbruchstraße, B1 und Weingartenstraße.

Da im Falle einer Sperrung der Stadtrat-Cremer-Allee gleich drei Stadtbezirke (Aplerbeck, Hörde, Innenstadt Ost) betroffen seien, habe man sich an einen Tisch gesetzt. Und ob die Sperrung tatsächlich so kommen wird, darauf möchte Jürgen Schädel noch nicht wetten.

Viele Fragen sind noch offen

Es müsse noch einiges geklärt werden. So müsse die Polizei noch zu der geplanten Sperrung gehört werden – ebenso die Feuerwehr. Vielleicht sind das auch Bereiche, die aus Sicherheitsgründen gar nicht abgesperrt werden dürfen, so Schädel.

Da müsse es aber noch eine Antwort von der Verwaltung geben. „Wir würden es gerne sehen, dass erst einmal ein Verkehrskonzept aufgestellt wird und dann kann man immer noch über eine Sperrung der Stadtrat-Cremer-Allee nachdenken“, sagt Schädel. Zumal schon 1500 Unterschriften für die Offenhaltung abgegeben worden sind.

Zusätzliche Abfahrt von der B236 wird vorgeschlagen

Aber, um was kann es denn in dem grenzüberschreitenden Verkehrskonzept gehen? Sicher auch um eine zusätzliche Abfahrt in Richtung Stadtkrone Ost von der B236. Denn, so Schädel, kann der Verkehrsknoten Gottesacker (am ADAC-Gebäude) den Verkehr heute schon nicht aufnehmen.

„In der Verlängerung der Lissaboner Allee könnte ich mir noch eine Abfahrt vorstellen. Aber dafür braucht man eine Konzeption und da ist die Verwaltung gefordert.“

Lesen Sie jetzt