Spielplatz statt Saufhalle?

Alkoholiker-Szene Nordmarkt

DORTMUND Auf dem Nordmarkt soll bald kein Platz mehr für die Alkoholiker-Szene sein. Ob es als Ersatz einen Trinkerraum in der Nordstadt geben wird, ist dagegen noch offen.

von Von Oliver Volmerich

, 25.11.2009, 05:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Nordmarkt soll bald wieder für alle Bürger zur Verfügung stehen.

Der Nordmarkt soll bald wieder für alle Bürger zur Verfügung stehen.

Denn auf Spielplätzen ist es ohne Probleme möglich, ein Alkoholverbot auszusprechen. Zugleich soll aber auch eine Alternative für die Trinkerszene entwickelt werden. Es gebe bereits ein umfangreiches Angebot für Alkoholkranke. Allein 560 000 Euro stelle die Stadt in jedem Jahr für die Suchtkrankenhilfe der Wohlfahrtsverbände zur Verfügung, betont Sozialdezernent Siegfried Pogadl. In der Nordstadt reiche das Angebot vom Brückentreff über die Werkstatt Passgenau bis zum Nordmarkt-Kiosk der Diakonie. Einen Trinkerraum könne man allenfalls als Ergänzung dazu ansehen.

Während CDU, FDP/Bürgerliste und Grüne eine wohlwollende Prüfung des Vorschlags von Rechtsdezernent Wilhelm Steitz angekündigt haben, lehnt die Nordstadt-SPD die Überlegung zur Verlagerung der Alkoholiker-Szene von Straßen und Plätzen weiterhin vehement ab. Der so genannte „Saufraum“ werde an der Standortwahl scheitern, prophezeit die SPD-Ratsfrau Dr. Marita Hetmeier.

„Rund um den Nordmarkt haben wir dicht besiedelte Wohnviertel, Kindertagesstätten, Schulen und Spielplätze. Wer hier eine Trinkerverwahranstalt nach Art des Kieler Saufhauses installieren will, wird sich den entschiedenen Protest der Anwohner einhandeln“, glaubt sie.

Die Nordstadt SPD will einen Trinkerraum weiter entschieden bekämpfen und den Protest der Anwohner organisieren. Nötig sei stattdessen eine Kombination von echten Hilfsangeboten für alkoholkranke Menschen mit repressiven Maßnahmen. Steitz soll endlich ein wirksames Alkoholverbot rund um Schulen, Kindergärten und Spielplätze umsetzen, fordert Dr. Marita Hetmeier. 

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