Sportplatz Dörwerstraße: Stadt gibt ein Jahr Nachspiel-Zeit

rnSC Osmanlispor

Auf dem Sportplatz an der Dörwerstraße finden bis Mitte 2021 doch noch Training und Heimspiele des SC Osmanlispor statt. Die Stadt hat die Kündigung des Nutzungsvertrages widerrufen.

Nette

, 22.07.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SC Osmanlispor kickt noch ein weiteres Jahr auf dem Sportplatz an der Dörwerstraße. Die Stadt Dortmund hat die zum 30. Juni erfolgte Kündigung des Nutzungsvertrages widerrufen. Dafür gibt es mehrere Gründe, wie Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage dieser Redaktion erklärt.

Der Tennenplatz ist die sportliche Heimat von Osmanlispor. Hier spielen und trainieren die beiden Herrenmannschaften und das D-Jugend-Team. Anfang Juni erfolgte bei einem Gespräch mit den Sport- und Freizeitbetrieben die Kündigung des Nutzungsvertrages.

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Grund dafür ist ein geplanter Erweiterungsbau des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG). Seit November 2019 habe die Liegenschaftsverwaltung dafür auch den zum Schulzentrum gehörenden Aschenplatz ins Auge gefasst, schreibt Christian Schön. Anfang Mai habe die Liegenschaftsverwaltung den Sport- und Freizeit-Betrieben (SFB) mitgeteilt, dass die Bedarfsplanung abgeschlossen sei.

Immobilienwirtschaft hat Planung übernommen

Am 30. Juni werde das Projekt zur weiteren Planung und Bauausführung an die städtische Immobilienwirtschaft abgegeben. „Zu diesem Zeitpunkt müsse die Fläche ‚verfügbar’ sein“, erklärt der Stadtsprecher. „Dieser Hinweis wurde bei SFB so interpretiert, dass bereits ab dem 1.7. eine Nutzung des Platzes nicht mehr möglich sein wird.“

Die Sport- und Freizeit-Betriebe boten Osmanlispor den Mengeder Volksgarten als Trainings- und Spielstätte an – die Heimat von Mengede 08/20 mit 16 Jugend- und Seniorenmannschaften.

Seit 2013 bietet der Kunstrasenplatz im Volksgarten Mengede ein gutes Trainings- und Spielumfeld.

Seit 2013 bietet der Kunstrasenplatz im Volksgarten Mengede ein gutes Trainings- und Spielumfeld. © Stephan Schütze (A)

Osmanlisport hat Gefallen an der neuen Spielstätte. Denn bereits 2016 war der Antrag des Vereins auf Bau eines Kunstrasenplatzes an der Dörwerstraße im Rat gescheitert. Und im Volksgarten gibt es neben dem Volksbank-Stadion mit Naturrasen einen weiteren Kunstrasenplatz.

Mengede 08/20 sieht zeitliche Konflikte

Mengede 08/20 hat aus Eigenmitteln allerdings selbst in die Infrastruktur der Anlage investiert. Auf dem Platz und im Umfeld entstanden unter anderem ein Heim für die Vereinsjugend, Kassenhäuschen und Trainerbänke. Geplant ist ferner eine Erneuerung der Flutlichtanlage mit energiesparendem LED-Betrieb.

„Insofern wurde kurzfristig das Gespräch mit Mengede 08/20 und Osmanlispor gesucht, um einen gemeinsamen Trainings- und Spielbetrieb auf der Anlage zu organisieren“, schreibt Stadtsprecher Christian Schön. „Die in diesem Gespräch zunächst signalisierte Bereitschaft von Mengede, entsprechende Zeiten einzurichten, wurde später wieder deutlich eingeschränkt.“

Mengede 08/20 steckte viel Eigenmittel und Muskelkraft in die Infrastruktur des Kunstrasenplatzes.

Mengede 08/20 steckte viel Eigenmittel und Muskelkraft in die Infrastruktur des Kunstrasenplatzes. © Stephan Schütze (A)

Nach Informationen dieser Redaktion führt der Mengeder Traditionsverein vor allem zeitliche Konflikte im Trainingsbetrieb an. Er verweist in dem Zusammenhang auf die anfällige Spielfläche des Naturrasenplatzes, die vor allem bei Regen und Forst einer täglichen Nutzung nicht standhalte.

Stadt will gemeinsame Lösung suchen

Zudem scheide das Stadion wegen einer fehlenden Flutlichtanlage für den Trainingsbetrieb während des Winterhalbjahres weitgehend aus. Nicht einverstanden ist Mengede 08/20 zudem mit dem Ansinnen der Sport- und Freizeitbetriebe, die beiden Vereine sollten sich bezüglich der Nutzungszeiten des Volksgartens abstimmen. Die SFB behielten sich bei keiner Einigung vor, die Verteilung der Trainingszeiten vorzunehmen.

„Das ist keine ‚Lex Mengede‘, sondern ein absolut übliches Verfahren bei der Vergabe von Nutzungszeiten auf städtischen Sportanlagen“, stellt Christian Schön klar. „Die Nutzer bekommen die Möglichkeit sich zu einigen, gibt es da keine Lösung, entscheidet der Eigentümer.“

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Mittlerweile habe die Immobilienwirtschaft wegen des zeitlichen Vorlaufs für die Erweiterung des HHG eine Nutzung des Sportplatzes Dörwerstraße bis Mitte 2021 in Aussicht gestellt. Die so gewonnene Zeit wollen die SFB nutzen, um mit beiden Vereinen eine „gemeinsame Zukunftsperspektive für die Anlage Volksgarten zu entwickeln.

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