Höchstpreise finden sich in dieser Woche unter anderem an der Schützenstraße im Dortmunder Norden. © Sabrina Fehring
Benzinpreise

Sprit immer teurer – Tankwart: „Kunden lassen ihren Frust hier raus“

Wer dieser Tage tanken muss, wird beim Blick auf die Preise eher unglücklich. Was steckt hinter dem Anstieg der Benzinpreise? Und wie reagieren die Dortmunder darauf?

Es ist ein Freitagnachmittag in Dortmund. Viele Autofahrer zieht es an diesem Oktobernachmittag zum Tanken. Entweder für die Fahrt in den Herbsturlaub, für die Fahrt zur Arbeit oder einfach, weil der Autotank mal wieder leer ist. Auch unsere Reporterin fährt an diesem Freitagnachmittag zu einer Tankstelle – und staunt, als sie den E10-Preis an einer Shell-Tankstelle in der Nordstadt entdeckt.

1,68 Euro kostet ein Liter E10, Super sogar schon 1,74 Euro. Und auch der Preis für Diesel kratzt an der 1,60-Euro-Marke. Dass die Preise für Benzin in diesem Jahr angestiegen sind, hat vermutlich jeder bemerkt. Aber dass sie auf einmal so hoch sind, ist verwunderlich.

Nacheinander steuern einige Autos auf die Tankstelle zu, doch ohne zu halten fahren sie wieder an der Zapfsäule vorbei. Auch ihnen scheint der Spritpreis wohl zu teuer zu sein.

Ein Dortmunder kommt gerade aus der Filiale heraus. Er bestätigt die Vermutung: Die Preise sind auf einmal rasant gestiegen. „Ich finde es natürlich nicht so gut“, sagt der Dortmunder. Aber er sei gerade auf dem Weg in den Hollandurlaub, dort seien die Spritpreise sogar noch höher.

Sprit-Höchstpreise zuletzt 2012

Tatsächlich ist es lange her, dass die Spritpreise in Deutschland so hoch waren. Vor neun Jahren, also 2012, kostete Benzin im Schnitt 1,709 Euro pro Liter – bisher der höchste Durchschnittspreis überhaupt in Deutschland. Jetzt sind diese Höchstzahlen wieder erreicht.

Besonders im Vergleich zum vergangenen Jahr, in dem die Preise für Benzin sehr günstig waren, ist der Anstieg jetzt im Oktober immens. Zum einen liegt dies auch an der Mehrwertsteuer, die wegen der finanziellen Belastungen durch die Coronakrise 2020 zeitweise gesenkt wurde.

Der CO2-Preis spielt nur eine kleine Rolle

Auch die CO2-Steuer, die die Bundesregierung zu Beginn dieses Jahres eingeführt hat, spielt eine Rolle. Allerdings machen CO2- und Mehrwertsteuer nur etwa 10,7 Cent vom gesamten Anstieg aus, wie die FAZ berichtete. Woran liegt es also dann?

Vielleicht sieht es bei einer anderen Tankstelle besser aus, an der Freien Tankstelle Klink in Eichlinghofen zum Beispiel. Etwas günstiger ist es dort, aber mit 1,65 Euro für Super immer noch sehr teuer. „Viele Kunden lassen ihren Frust über die teuren Preise hier raus“, erzählt ein Mitarbeiter der Filiale.

Auch an der Freien Tankstelle Klink sind die Preise hoch. © Sabrina Fehring © Sabrina Fehring

Er vermutet, dass der Preisanstieg an den Ölpreisen liegt. Tatsächlich fällt zurzeit laut FAZ ein großer Anteil des Preisanstiegs auf die gestiegenen Rohölpreise zurück.

„Was sollen sie machen? Man muss ja tanken.“

Dass die Menschen deswegen weniger tanken beobachte er allerdings nicht, „Was sollen sie machen? Man muss ja tanken.“ So geht es auch unserer Reporterin. Normalerweise reicht ihre Tankfüllung drei bis vier Wochen, da sie ihr Auto selten nutzt.

Aber in dieser Woche führte eine Dienstreise in die Eifel. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte die Fahrt fünf bis sechs Stunden gedauert – mit dem Auto nur zwei. Sie musste also in den sauren Apfel beißen und tanken.

Auch Matthäus Otremba tankt in diesem Freitagnachmittag an der Freien Tankstelle. Den Preisanstieg findet er eigentlich gar nicht so schlecht: „Man denkt jetzt mehr darüber nach, ob man wirklich Auto fahren und tanken muss“, sagt er. Er selbst fahre gar nicht so viel Auto und tanke dementsprechend nie viel: „So schnell hatte ich noch nie 20 Euro drin“, sagt er lachend.

Video: Deutsche Tank-Touristen unterwegs – So drosselt Tschechien die Benzinpreise

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