Staatsanwalt stellt Verfahren gegen Eissport-Funktionär ein

Betrugsvorwurf war falsch

Der Staatsanwalt hat die Akten zugeklappt: Der Sportfunktionär Friedrich Dieck, Mitarbeiter am Olympiastützpunkt Westfalen, muss wegen der Strafanzeige des NRW-Landessportbundes kein gerichtliches Nachspiel befürchten. Der Betrugsvorwurf gegen ihn ist vom Tisch.

DORTMUND

, 19.05.2017, 01:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach einjährigen Ermittlungen und umfangreichen Zeugenvernehmungen haben die Strafverfolger das Verfahren eingestellt. Das bestätigte Staatsanwalt Elmar Pleus auf Anfrage. Dieck ist auch Vize-Präsident des NRW-Eissportverbandes.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen durch eine Strafanzeige des Landessportbundes (LSB) in Duisburg, der Dachorganisation für den am Gemeinwohl ausgerichteten Breitensport. Bei einer Revision Anfang 2016 waren Unregelmäßigkeiten bei den Abrechnungen für Fortbildungskurse aufgefallen. Die LSB-Revisoren hatten den Verdacht, eingereichte Verwendungsnachweise für einzelne Seminare könnten falsch ausgefüllt worden sein, um für den Eissport höhere Fördermittel herauszuholen.

Kein Anhaltspunkt für Straftatbestand

Damit lagen die LSB-Revisoren offenbar falsch. Es habe sich kein Anhaltspunkt für den Straftatbestand eines Betruges ergeben, sagte Staatsanwalt Pleus. „Dieser Vorwurf ist vom Tisch.“

In einem Fall habe man allerdings dem Betroffenen eine „Urkundenfälschung“ nachweisen können. Dieck soll die Unterschrift eines Übungsleiters unter einen Verwendungsnachweis gesetzt haben. „Der Betroffene hatte sich aber im Nachhinein einverstanden erklärt“, sagt Pleus. Daher habe die Staatsanwaltschaft entschieden, das Ermittlungsverfahren wegen „Geringfügigkeit der Schuld“ einzustellen.

"Ich bin froh, dass es vorbei ist"

Er sei erst am Mittwoch darüber informiert worden, sagte Dieck am Donnerstag auf Anfrage. Das Verfahren habe ihn belastet. „Und ich bin froh, dass es vorbei ist.“ Gefragt, warum der Eissportverband im Februar 2016 an den LSB rund 18.000 Euro erstattet hat, sagte Dieck, man habe „die Förderrichtlinien anders interpretiert als der LSB.“

Nach Angaben von Staatsanwalt Pleus ist die Summe „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ zurückgezahlt worden. Der LSB sah sich am Donnerstag zu einer Stellungnahme nicht in der Lage.

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