Für diese Spielplatz-Fläche stehen seit Jahren 80.000 Euro bereit - und nichts passiert

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Die Freude war groß, als die Politik im Februar 2018 80.000 Euro bereitstellte, um Spielgeräte für eine Spielplatzfläche anzuschaffen. So erklärt die Stadt, warum nichts passiert ist.

Brackel

, 22.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Interview hatte die Brackelerin Tanja Schulze neulich gefragt, was eigentlich mit den 80.000 Euro geschehen sei, die die Bezirksvertretung Brackel vor eineinhalb Jahren für Spielgeräte auf dem Spielplatz in ihrer Nachbarschaft beschlossen habe. Geschehen ist dort seither noch nichts.

Stadtsprecher Christian Schön gibt nun folgende Antwort darauf, warum es einfach keine Spielgeräte für den Spielplatz an der Schimmelstraße gibt: Das Spielangebot auf dem Spielplatz werde sehr umfassend erweitert. Zielgruppe seien Kleinkinder und jüngere Schulkinder. Es seien eine neue Wegeverbindung über den Spielplatz, ein Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten, ein Parcours mit Balancier- und Kletterelementen, eine Schaukel und eine Sandspielfläche mit Sandspielgerät geplant. Der Entwurf sei mit dem Büro für Kinder- und Jugendinteressen abgestimmt. Und: „Die nun folgende Ausschreibung und Umsetzung der Maßnahme einschließlich der Lieferzeiten für die Spielgeräte bedingt, nach aktuellem Stand, einen Fertigstellungstermin im Spätherbst 2020.“ Das stelle Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes, in Aussicht.

Die erste Lehre aus der Kommunalpolitik: Es dauert

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (SPD) wundert sich nicht über die lange Leitung des Tiefbauamtes: „Solche Baumaßnahmen müssen geplant werden (knappe Personaldecke), anschließend ausgeschrieben und beauftragt werden - und wenn man ganz viel Glück hat, kann dann eine Firma mit dem Bau beginnen, wenn sie freie Kapazitäten hat.“

Das sei das erste, was man in der Kommunalpolitik lerne, sagt Czierpka: Es dauert. Die erste von ihm initiierte Verkehrsregelung in Wickede - Einbahnstraße Rübenkamp, vier Schilder - habe eineinhalb Jahre gedauert. Vom Antrag bis zur Realisierung. Das mache es manchmal so schwierig, weil die Betroffenen natürlich erwarten, dass da sofort etwas passiere.

„Bis was passiert, habe ich wahrscheinlich Urenkel“

Dadurch werde etwa politische Jugendarbeit fast unmöglich. Er habe mehrfach erlebt, so Czierpka weiter, dass aus einer Jugendfreizeitstätte ein Wunsch kam, der dann auch von der Bezirksvertretung beschlossen wurde - und als das Vorhaben realisiert wurde, waren die Initiatoren der Jugendarbeit bereits entwachsen. Darum sei er zum Beispiel gegen die Jugendparlamente, weil sie nur zu Frust führen können. Es sei denn, man spiele den Kinder etwas vor und sie beantragen etwas, das schon lange klar ist.

Auch im Sozialen Netzwerk Facebook wird die unendliche Geschichte der Spielplatz-Gestaltung diskutiert. Dort heißt es unter anderem: „Wir wohnen auch dort, und es nervt mich auch sehr. Da sitzen junge Erwachsene werfen ein paar Bälle und süppeln dabei Bier. Bis da was passiert, hab ich wahrscheinlich schon Urenkel.“

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