Kassenautomat schluckt 10 Euro - Dortmunder wartet monatelang auf Rückzahlung

rnStadt- und Landesbibliothek

Ein Automat schluckte einen 20-Euro-Schein von Wolfang Ikenmeyer - und behielt 10 Euro einfach ein. Auch die Stadt schaffte es lange nicht, das Geld zu überweisen. Das Problem besteht noch.

Dortmund

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war der 19. März, als Wolfgang Ikenmeyer aus Brechten sich in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek am Königswall ein Bild auslieh. Die Leihgebühr betrug 4,50 Euro. Ikenmeyer warf einen 20-Euro-Schein in einen der beiden Kassenautomaten in der Bibliothek. 5,50 Euro Wechselgeld spuckte der Automat aus, doch zehn Euro behielt er ein. Und schob Wolfgang Ikenmeyer einen Zettel entgegen: „Fehlbetrag! Diesen Beleg bitte beim Sachbearbeiter abgeben!“

Gesagt getan. Ikenmeyer wollte sich die 10 Euro bar auszahlen lassen. Ging aber nicht. „Es wurde eine Überweisung auf mein Konto angekündigt“, berichtet er, „dazu habe ich ein besonderes Formular ausgefüllt.“ Und gewartet. Fast vier Monate.

Verzögerungen im Zahlungsverkehr

Dabei ist Ikenmeyer nicht untätig geblieben, hat wiederholt bei der Stadt- und Landesbibliothek angerufen und E-Mails geschickt. Das Problem sei nicht so schnell zu lösen, teilte man ihm mit, „aber so schnell wie möglich.“

Zuletzt bekam er eine Mail im Mai von Bibliotheksdirektor Dr. Johannes Borbach-Jaene. Es sei ihm sehr unangenehm, doch man habe leider derzeit im Zahlungswesen der Kulturbetriebe Dortmund, zu denen auch die Stadt- und Landesbibliothek gehört, eine grundlegende Neuorganisation der Geschäftsabläufe. „Hierbei kommt es immer wieder zu nicht entschuldbaren Verzögerungen im Zahlungsverkehr, von denen leider auch Ihr Fall betroffen ist.“

Auf Nachfrage dieser Redaktion erläuterte Borbach-Jaene, dass nach einer Systemumstellung in der Buchhaltung der bisherige Zahlweg nicht mehr zur Verfügung gestanden habe. Er räumte ein, dass das technische Problem noch immer bestehe, doch zwischenzeitlich habe man eine Behelfslösung gefunden, „so dass Zahlungen nun wieder möglich sind.“ Und: „An der Lösung des zugrunde liegenden Problems wird gearbeitet.“

Fünf Kunden waren betroffen

Wolfgang Ikenmeyer war nicht der einzige Betroffene. Fünf Kunden der Stadt- und Landesbibliothek hatten dasselbe Problem. Dr. Borbach-Jaene: „Vier Kunden wurde der Betrag bereits überwiesen. Bei einem Kunden stimmen die von ihm angegebenen Bankdaten nicht. Das wird derzeit in Rücksprache mit dem Kunden geklärt.“

Auch die Rückzahlung an Wolfgang Ikenmeyer sei am 9. Juli angewiesen worden. Und tatsächlich war das Geld am Freitag (12. Juli) bei ihm auf dem Konto. So sehr er die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kompetenz der Mitarbeiterinnen von Bibliothek und Artothek schätze, so Ikenmeyer, „so wenig erscheint mir das automatische Verbuchungs- und Kassierungssystem gelungen zu sein“; denn auch die Ausleihquittungen, moniert er, seien schlecht lesbar.

Wir haben den Artikel wegen eines Rechenfehlers nachträglich korrigiert. 5,50 Euro statt 6,50 Euro hat es heißen müssen. Wir bitten um Entschuldigung.

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