Stadt Dortmund will Wasseraufbereitung weiter verbessern

rnTrinkwasser-Qualität

Das Dortmunder Trinkwasser ist von guter Qualität. Doch die Wasseraufbereitung muss künftig auf neuere organische Spurenstoffe und stark resistente Mikroorganismen reagieren können.

Dortmund

, 20.06.2018, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wasserwerke Westfalen versorgen die mehr als 600.000 Dortmunder mit rund 35 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Jahr. Das ist das 60-Fache des Volumens vom Phoenix-See.

Wie sie die Trinkwasserversorgung in Qualität und Quantität auch in Zukunft sicherstellen will, muss die Stadt erstmalig mit einem Wasserversorgungskonzept darstellen. Das 2016 geänderte Landeswassergesetz verpflichtet alle Gemeinden in NRW dazu, alle sechs Jahre ein neues Wasserversorgungskonzept bei der Bezirksregierung vorzulegen.

Fünf Wasserwerke

Den Bedarf an Trinkwasser decken in Dortmund fünf Wasserwerke, die entlang der Ruhr liegen: die Wasserwerke Halingen, Hengsen, Villigst, Westhofen 1 und Witten.

Sie entnehmen der Ruhr Wasser, reinigen es vor und lassen es zur künstlichen Grundwasseranreicherung in den kiesigen Sedimenten der Ruhraue versickern. Im Untergrund vermischt sich das infiltrierte Wasser mit Uferfiltrat aus der Ruhr und einem natürlichen Grundwasserzustrom von den seitlichen Ruhrtalflächen.

Mikrobiologische Prozesse

Durch die mechanischen/physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Prozesse werde die Wasserqualität deutlich positiv verändert, heißt es im Wasserversorgungskonzept. Das gefasste Grundwasser sei daher für die Trinkwasserversorgung gut zu nutzen.

Das Trinkwasser wird dabei zum Teil vor der Einspeisung in die Rohrnetze intensiv aufbereitet. Durch Zugabe von Natronlauge wird es entsäuert – und damit der PH-angepasst – und mit UV-Strahlung oder Chlorung desinfiziert.

Neue Verfahrensstufen wie Flockung und Ozonung

Zudem werden seit 2010 alle Wasserwerke an der Ruhr mit einer weitergehenden Wasseraufbereitung ausgestattet, um das Trinkwasser auch künftig gegen neuere, meist organische Spurenstoffe und stark resistente Mikroorganismen abzusichern. Bis 2023 sollen die Wasserwerke mit zusätzlichen Verfahrensstufen wie Flockung, Ozonung, Mehrschichtfiltration und Adsorption an Aktivkohle ausgestattet sein.

Bei der Flockung zum Beispiel werden, um Trübungen zu verringern, feinste Fremdbestandteile des Wassers durch Zugabe von Flockungsmittel zu größeren „Flocken“ gebunden, um sie aus dem Wasser abscheiden und entfernen zu können.

Schad- und Farbstoffe werden angegriffen

Bei der Ozonung werden Schad- und Farbstoffe, geschmacks- und geruchsbeeinträchtigende Substanzen sowie Mikroorganismen durch Zugabe von Ozon angegriffen und zerstört.

“Wir müssen uns auch langfristig keine Sorgen machen um unser Trinkwasser“, sagt der städtische Umweltdezernent Ludger Wilder, „– weder in Qualität noch in der Menge.“

Die Aufgabe der Versorgung mit Trinkwasser liegt noch mindestens bis Ende 2028 in den Händen der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21). Die Wasserwerke Westfalen GmbH fungiert als Trinkwasserproduzent und Vorlieferant für DEW21.
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