Stadt erwägt weichen Rauswurf statt fristloser Kündigung

Veruntreuung in Bezirksverwaltungsstelle

Die städtische Mitarbeiterin, die in Verdacht steht, über mehrere Jahre mindestens rund 400.000 Euro bei den Bürgerdiensten in Hombruch veruntreut zu haben, ist noch immer nicht bereit, bei der Aufklärung mit Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft zu kooperieren. Ein Grund, sie fristlos zu kündigen, ist das für die Stadt offenbar nicht.

HOMBRUCH

von Von Gaby Kolle

, 13.05.2013, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Bezirksverwaltungsstelle ist Tatort der mutmaßlichen Veruntreuung von Gebührengeldern.

Die Bezirksverwaltungsstelle ist Tatort der mutmaßlichen Veruntreuung von Gebührengeldern.

OB Sierau hat dieses denkbare Vorgehen damit begründet, dass die Stadt in ähnlich gelagerten Fällen mit Kündigungen vor dem Verwaltungsgericht Schiffbruch erlitten habe.Dennoch: Allein die Ankündigung, eine weich gespülte Kündigung in Form eines Aufhebungsvertrages im aktuellen Fall auch nur in Erwägung zu ziehen, sorgt gleich in mehreren Fraktionen für Verärgerung. „Absurd“, war nur eine Reaktion. „Das ist das falsche Signal“, eine andere. Mit Hinweis auf die Ermittlungen nimmt die Stadt dazu weiter keine Stellung. Im Moment gelte die Unschuldsvermutung, bis die Beweisführung abgeschlossen ist, so Personaldezernent Jörg Stüdemann.

Die Frau steht in Verdacht, die unterschlagenen Gebühreneinnahmen etwa für Reisepässe oder Personalausweise in zwei Häuser im Nordwesten Dortmunds, in Pferde und Autos für ihre Kinder investiert zu haben. Sie war im Juli 2012 innerhalb der Bürgerdienste versetzt worden. Dieser Wechsel hat möglicherweise zum Auffliegen der Unregelmäßigkeiten beigetragen. Die Frau ist zurzeit krankgemeldet. Neben Polizei und Staatsanwaltschaft sind auch das Rechnungsprüfungsamt und das Personalamt mit der Aufklärung befasst.

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