Stadt findet neues Zuhause für Theater-Orchester

Standort für Probenzentrum

Die Suche nach einem neuen Probenzentrum für das Orchester des Dortmunder Theaters hat ein Ende: Die Stadt hat eine Halle ausfindig gemacht, die sie nun kaufen und in Eigenregie umbauen will. Wir verraten, wo.

DORTMUND

, 13.07.2017, 02:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich waren die Messen schon gesungen. Noch im Mai wollte sich Liegenschafts- und Kulturdezernent Jörg Stüdemann von der Politik das „Okay“ holen, die Musik an der Alte Straße 39 in Körne spielen zu lassen. Er schlug vor, die dortige Halle vom Eigentümer umbauen zu lassen, um sie danach für 25 Jahre auch als Probenzentrum fürs Orchester zu nutzen – Probebühnen für die Oper sind dort ohnehin schon vorhanden.

Der Kulturausschuss hatte das Projekt schon abgenickt, als eine Woche später aus den Reihen der CDU im Finanzausschuss plötzlich Bedenken kamen. Ein Mietmodell könne auf Dauer teuer werden für die Stadt, hieß es. Vielleicht lasse sich eine andere Lösung für die Orchester-Musiker finden, deren angestammtes Domizil im 6. Obergeschoss des Opernhauses längst zu klein geworden ist und überdies Mängel in Sachen Arbeitsschutz aufweist.

Ursprünglicher Standort ist passé

Jetzt präsentiert Stüdemann dem Rat (in seiner Sitzung am Donnerstag,15. Juli,) einen neuen Vorschlag. Und der sieht völlig anders aus: Die Idee, den Standort Alte Straße 39 in Körne zu mieten, ist verworfen. Ausgeguckt ist jetzt die benachbarte Immobilie Alte Straße 53. Sie soll nicht gemietet, sondern für rund 1,3 Millionen Euro (plus Nebenkosten) gekauft werden.

Der Umbau zum Probenzentrum bleibt diesmal nicht dem Investor überlassen – die Stadt will die Dinge selber in die Hand nehmen. Einer ersten, groben Kalkulation zufolge fallen Umbaukosten von rund 2,1 Millionen Euro an. Einen genaueren Kostenplan und einen Zeitrahmen für den Umbau soll der Rat nach der Sommerpause erhalten.

Feuerwehr nutzt das Gebäude als Lagerhalle

Der neue Standort ist für die Stadt keine unbekannte Adresse: Die Verwaltung hat das Gebäude an der Alte Straße 53 ohnehin seit geraumer Zeit gemietet – als Unterkunft für Flüchtlinge. Tatsächlich wird die Halle von der Feuerwehr als Lagerfläche genutzt. Die ist knapp 1900 Quadratmeter groß und wird um weitere 450 Quadratmeter Büroräume ergänzt. Der Mietvertrag läuft bis Ende 2020. Er soll nun durch einen Kaufvertrag abgelöst werden; nach den Vorstellungen der Verwaltung so schnell wie möglich: Noch vor der Spielzeitpause im Sommer soll das Geschäft unter Dach und Fach gebracht werden.

Das Gebäude selbst, so die Verwaltung, könne die Feuerwehr bis Ende des laufenden Monats Juli räumen. Einen Zeitrahmen für die Umbauarbeiten nennt die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag für die Politik zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Zur Erinnerung: Bei der Miet-Variante im Mai war von „13 bis 15 Monaten“ die Rede.

Zustimmung aus der Politik signalisiert

Im für die Stadt optimalen Fall kann sie mit dem Kauf des Gebäudes sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Orchester-Musiker bekämen endlich ihr neues Probenzentrum - und das Kinder- und Jugendtheater (KJT) eine feste Probebühne im selben Gebäude. Das allerdings muss noch genauer geprüft werden. SPD und CDU im Finanzausschuss haben bereits signalisiert, dem Kauf im Rat zustimmen zu wollen.  

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