Stadt gibt Traglufthallen auf

Flüchtlingsunterkünfte

Die umstrittenen Traglufthallen als Unterkunft für Flüchtlinge sind bald – zumindest vorerst – Geschichte. Bis Ende des Jahres will die Stadt die bislang als Unterkunft für rund 300 Flüchtlinge genutzten Hallen an der Stadtkrone-Ost aufgeben. Doch ganz verschwinden werden sie nicht.

DORTMUND

, 09.11.2016, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt gibt Traglufthallen auf

Mittlerweile bieten sie einen gewohnten Anblick an der Stadtkrone-Ost, doch sie könnten bald schon Geschichte sein: die Traglufthallen.

Die Traglufthallen würden abgebaut und eingelagert, sagte Sozialdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag am Rande der Sitzung des Sozialausschusses auf Nachfrage.

Das soll auch für die jeweils zwei in Kirchhörde und in Lindenhorst aufgebauten baugleichen Traglufthallen gelten, die bislang gar nicht für die Flüchtlingsunterbringung genutzt wurden. Die Stadt hat die sechs Hallen für mehr als 10 Millionen Euro angeschafft.

Im Frühjahr wurden zwei Traglufthallen an der Stadtkrone-Ost als Flüchtlingsunterkunft in Betrieb genommen. Seit April stehen die beiden Traglufthallen an der Kirchhörder Straße, seit Juni die Hallen an der Lindenhorster Straße, die allerdings nie genutzt wurden. Trotzdem fallen seitdem Monat für Monat Kosten von 60.000 Euro pro Standort unter anderem für Bewachung und Energie an.

Flüchtlingszahlen stark zurückgegangen

Angesichts der stark zurückgegangenen Flüchtlingszahlen will die Stadt die zeltartigen Unterkünfte deshalb nun ganz aufgeben. Immer unter dem Vorbehalt, dass sich an der Entwicklung der Flüchtlingszahlen nichts Wesentliches ändert, betonte Birgit Zoerner. Aktuell leben 9109 Flüchtlinge in Dortmund, von denen 2417 bereits als Asylbewerber anerkannt sind. 1786 wohnen noch in Gemeinschaftsunterkünften der Stadt. Es gab aber auch weniger gute Nachrichten im Ausschuss.

Das Land hat nach weiteren Gesprächen mit der Stadt das Aus für die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) zum Ende des Jahres 2017 bekräftigt, teilte Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann mit. Davon betroffen sind 43 städtische Mitarbeiter, die bislang vom Land finanziert wurden. Der Rat hatte zuletzt an das Land appelliert, die bewährte Einrichtung in Dortmund, die sich vor allem um Rückführungen und Abschiebungen von Flüchtlingen kümmert, zu erhalten.

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