Stadt investiert 44 Millionen Euro in alte Gebäude

Sozialamt und Steinwache

Veraltete und marode Verwaltungsbauten auf der einen, verwaiste Bürogebäude auf der anderen Seite. Die Stadt ordnet ihre Ämter neu. Und inzwischen sind die Überlegungen weit gediehen. Wir verraten, was aus Sozial-, Gesundheits- und Jugendamt langfristig werden soll.

DORTMUND

, 14.06.2016, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum ordnet die Stadt ihre Ämter neu?

Viele Bürogebäude sind in die Jahre gekommen, stammen zum Beispiel aus den 1950er-Jahren. Das heißt, dass die Technik nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Auch Brandschutz und Barrierefreiheit sind gewissermaßen von gestern.

Und einige sind so marode, dass sogar überlegt wurde, ob man die Gebäude abreißt - wie etwa das Sozialamt an der Luisenstraße. Einige Gebäude, wie das Jugendamt am Ostwall und das Gesundheitsamt an der Hövelstraße stehen als typische 50er-Jahre-Bauten sogar unter Denkmalschutz.

Was wird nun aus den Ämtern?

Lange Zeit war überlegt worden, für das Sozialamt und das Gesundheitsamt ein gemeinsames neues Gebäude zu bauen beziehungsweise anzumieten. Die Idee ist nun vom Tisch. Stattdessen soll das Gesundheitsamt von der Hövelstraße in das frühere Postscheckamt am Hohen Wall umziehen. Das wird umgebaut und dann von der Stadt angemietet. Mitte 2017 soll der Umzug über die Bühne gehen. Schon Ende 2013 hat der Rat die Sanierung des Jugendamtes am Ostwall für stolze 21,8 Millionen Euro beschlossen. 

Offen war zuletzt die Zukunft des Sozialamtes an der Luisenstraße. Die Verwaltung hat fünf Varianten untersuchen lassen - von der sparsamen Sanierung bis zu Abriss und Neubau. Jetzt hat sich die Verwaltungsspitze für den Erhalt und eine Minimal-Sanierung ausgesprochen. Die würde immerhin rund 10 Millionen Euro kosten.

Dazu gehört die Sanierung von Keller, Dach, Fenster und Fassade, aber auch die Verbesserung des Brandschutzes, der Statik und der Barrierefreiheit stehen auf dem Programm. Wenn der Rat am 7. Juli zustimmt, könnte die Sanierung bereits im nächsten Jahr starten.

Und was wird aus dem alten Gesundheitsamt nach dem Auszug?

Die Stadt sucht einen Käufer für das denkmalgeschützte Gebäude an der Hövelstraße - mit der Maßgabe, den 50er-Jahre-Bau zu erhalten. Dazu wurde nun ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren gestartet. Die mögliche Nutzung könnte vom Bürogebäude bis zu Wohnen reichen.

Welche Gebäude stehen noch auf der Sanierungsliste?

Aktuell laufen - noch bis Frühjahr 2017 - die Sanierung und der Umbau des früheren AOK-Gebäudes am Königswall. Die Kosten werden auf 9,7 Millionen Euro beziffert. Das Gebäude wird neuer Sitz des Studien-Instituts Ruhr, einer Bildungseinrichtung für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. 

Beschlossen ist auch die Sanierung der historischen Steinwache. Die Ausstellung zu Widerstand und Verfolgung in Dortmund in der NS-Zeit soll modernisiert neu konzipiert werden. Die Kosten betragen rund 3 Millionen Euro, von denen die Stadt nur rund 900.000 Euro selbst tragen muss.

Am Dienstag hat der Verwaltungsvorstand außerdem einen Anbau für die Steinwache beschlossen. In ihm sollen vor allem Seminarräume untergebracht werden. Die Kosten werden auf 1,6 Millionen Euro beziffert. Die Arbeiten an der Steinwache sollen im Herbst dieses Jahres beginnen und gut ein Jahr dauern. 

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt