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Stadt lässt 17 Autos am Ostwall abschleppen - Besitzer zahlen hunderte Euro

rnPlötzlich Halteverbot

Normalerweise ist Parken am Ostwall erlaubt. Doch am Montag lässt das Ordnungsamt 17 Autos abschleppen. Eine 29-Jährige kann ihr Auto gerade noch retten - und soll trotzdem 300 Euro zahlen.

Dortmund

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Esra Cam staunt nicht schlecht, als sie am Ostwall die fünf Abschleppwagen erblickt. Die sind am Montagabend gegen 19 Uhr dort zugange, wo sie ihr Auto abgestellt hat. Dabei ist das Parken hier normalerweise erlaubt. Seit vergangenem Montag, 17. Juni, 18 Uhr allerdings nicht mehr.

Der Grund dafür ist der Kirchentag. Bis zum 21. Juni um 7 Uhr dürfen am Ostwall keine Autos stehen. Wegen des Großevents hat die Stadt Dortmund in der gesamten Innenstadt zahlreiche Halteverbote angeordnet.

Cam kann Abschleppen noch abwenden

Esra Cam wusste davon nichts. Die 29-Jährige wollte am Montag nach der Arbeit nur kurz eine Freundin besuchen und parkte vor Subway. Als sie 45 Minuten später zurück zu ihrem Auto kam, waren dort schon die Ordnungsamt-Mitarbeiter aktiv. Sie konnte die Sache zwar noch klären, wurde nicht abgeschleppt und durfte mit ihrem roten Kleinwagen nach Hause fahren. Bezahlen muss sie aber trotzdem - und zwar bis zu 300 Euro, so die junge Frau. Diesen Betrag hätten ihr die Mitarbeiter vor Ort genannt.

Parkt man sein Auto im absoluten Haltverbot, kostet das 15 Euro. Hinzu kämen außerdem die Kosten der Abschleppmaßnahmen sowie eine Verwaltungsgebühr, heißt es von Seiten der Stadt.

Esra Cam ist sauer. Sie würde immer dort parken, sagt sie. Ein Verbotsschild habe sie nicht gesehen: „Ich weiß gar nicht, wie ich das bezahlen soll, ich bin alleinerziehend. 300 Euro sind sehr viel Geld.“

Schon am Freitag (14. Juni) habe die Stadt angefangen, in der Innenstadt abzuschleppen, heißt es dort aus der Pressestelle. Am Ostwall seien es am Montag 17 Fahrzeuge gewesen, die entfernt wurden. Die aktuell ausgewiesenen Verbotsflächen werden für den Kirchentag benötigt, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Sie würden unter anderem für Logistik, Aufbauten, Bühnen oder auch als Bereiche für den Abend der Begegnungen am 19. Juni benötigt.

Autofahrer müssen damit rechnen, dass die Fläche benötigt wird

Aber was passiert mit Fahrzeugen von Leuten, die zum Beispiel im Urlaub sind und gar nicht mitbekommen, dass ihr Auto plötzlich in einer Parkverbotszone steht, die es vorher noch nicht gab?

Darauf antwortet die Stadt: „Wenn jemand sein Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum abstellt, kann er nicht davon ausgehen, dort zu jeder Zeit und unbefristet parken zu können. Er muss vielmehr stets damit rechnen, dass die beparkte Fläche für Veranstaltungen benötigt wird oder aber dort Baumaßnahmen oder Baumschnitte erfolgen können."

Bei längerer Abwesenheit müsse der Fahrer oder Halter deshalb Vorkehrungen treffen – zum Beispiel einen Fahrzeugschlüssel hinterlegen, damit ein Bevollmächtigter das Fahrzeug versetzen könne. Eine Änderung der Beschilderung erfolge mindestens drei Tage im Vorfeld einer Veranstaltung oder Maßnahme.

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