Stadt macht Schule

DORTMUND Kein Kind soll mehr sitzenbleiben und keines soll die Schule ohne Abschluss verlassen: Große Ziele formuliert von Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer.

von Von Britta Linnhoff

, 25.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prof. Dr. Hans-Günter Rolff ist Vorsitzender der Dortmunder Bildungskommission.

Prof. Dr. Hans-Günter Rolff ist Vorsitzender der Dortmunder Bildungskommission.

240 Seiten lang ist die Kampfansage an schulische Missstände. Titel: "Erster kommunaler Bildungsbericht für Dortmund". Dortmund ist nach Bekunden des Oberbürgermeisters erste Stadt landesweit, die solch eine Analyse der Schullandschaft auf den Tisch legt, erarbeitet unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Hans-Günter Rolff, Vorsitzender der Dortmunder Bildungskommission. Die umfangreiche Analyse habe "Vorbildfunktion" für ganz Deutschland, sagt der.

Langemeyer kündigte einen "Aktionsplan Bildung und Erziehung" an: "Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeit müssen sich noch stärker als Partner verstehen", sagt der OB. Keinesfalls will er die 240 Seiten als "Datenfriedhof" verstanden wissen, sondern als eine Art Hausaufgabenprogramm, das die Stadt nun abzuarbeiten habe.

Zum Bericht gehört auch ein detaillierter "Sozialindex", durch Fragebögen an die Eltern erstellt. Öffentlich sind diese Ergebnisse nicht, niemand solle bloß gestellt werden, und der Eindruck einer Rangliste vermieden werden. Die Schulen allerdings kennen ihre Ergebnisse, die nun konkretes Handeln ermöglichten. Auffällig: Über die Hälfte der Schulleitungen sieht ihre Lage schlechter als sie tatsächlich ist, so Hans-Günter Rolff. Ein erklärtes Ziel der Stadt ist bereits jetzt der Ausbau der Sozialarbeit an den Schulen, vor allem an den Hauptschulen.

Probleme bekommen aber offenbar auch zunehmend Realschulen, sagt Schulamtsleiterin Renate Tölle. Sie seien zunehmend "größeren sozialen Belastungen" ausgesetzt. Auffällig an den Gymnasien: Hier gibt es gravierende Unterschiede je nach Schule, was die Zahl der Schulabgänger (zu Haupt- und Realschulen) in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 betrifft: Die liegt zwischen 7 und 37 (!) Prozent. Dem will man nun ebenfalls auf den Grund gehen. Durchweg gute Noten bekommen die Berufskollegs. Insgesamt zurückgegangen - mit Ausnahme an den Gesamtschulen - ist die Zahl der Sitzenbleiber.

Insgesamt lobte Rolff: "Ich kenne keine Stadt, die ein so ausgebautes Unterstützungssystem für Schulen hat."

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