Stadt plant „Derner Mitte“ als Zentrum des Stadtteillebens

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Dort, wo einst Zeche und Kokerei Gneisenau ihren Platz hatten, befindet sich heute ein Stadtteilpark. Nun soll die Entwicklung weitergehen. Eine neue „Derner Mitte“ soll entstehen.

Derne

, 20.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Zeche Gneisenau in Derne kommt langsam Schwung. Nachdem schon die Bezirksvertretung Scharnhorst in ihrer Juni-Sitzung gefordert hatte, das Thema nun anzugehen, hat auch der Verwaltungsvorstand dazu einen Beschluss gefasst: Die Leitlinien für die Entwicklung des Geländes sollen in einem Strukturplan festgeschrieben werden.

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Die Fläche sei bis heute Zeichen der bergbauindustriellen Vergangenheit Dernes und städtebaulich nahezu komplett entwickelt, so teilt die Stadt in einer entsprechenden Presseerklärung mit.

Potenziale bestehen noch im Ausbau von Fuß- und Radwegeverbindungen, in der Einbindung der unter Denkmalschutz stehenden Industriebauten und in der Entwicklung einer Brachfläche zwischen dem Tomson-Bock und dem Doppelbockfördergerüst.

Die Zeche Gneisenau in Derne mit dem charakteristischen und stadtbildprägenden Tomson-Bock (l.) und dem Doppelbockfördergerüst (r.)

Die Zeche Gneisenau in Derne mit dem charakteristischen und stadtbildprägenden Tomson-Bock (l.) und dem Doppelbockfördergerüst (r.) © Werner J. Hannappel

Und wörtlich: „Unter Federführung des Amtes für Stadterneuerung haben Fachleute und Beteiligte verschiedener Disziplinen daher Mitte März in einem Workshop für diesen Bereich Entwicklungsziele formuliert und daraus einen Strukturplan erarbeitet.“

Im Zentrum der Planung stehen die für die Identität der Derner Bevölkerung wichtigen Denkmäler (Tomson-Bock und Doppelbock), die in den Stadtteil integriert werden sollen.

„Nachverdichtung östlich des Doppelbocks“

Eine behutsame Nachverdichtung östlich des Doppelbockfördergerüstes und südlich des Parkplatzes des Einkaufszentrums führe die Entwicklungsfläche harmonisch mit dem Stadtteil zusammen.

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Die Erweiterung des Nahversorgungszentrums bleibe in Form von Anbauten grundsätzlich möglich. Die räumliche Anbindung des Stadtteilparks schließe eine wichtige Fuß- und Radwegeverbindung.

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Diese Bausteine stellen die letzten Schritte bei der Wiederbelebung des ehemaligen Zechengeländes Gneisenau dar. Durch ihre Umsetzung soll die neue „Derner Mitte“ als Zentrum des Stadtteillebens entstehen.

Diese Maßnahmen in einem Strukturplan zu fixieren soll die Chancen der Stadt und der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur erhöhen, bei der bisher erfolglosen Beantragung von Städtebaufördermitteln für Derne künftig berücksichtigt zu werden.

Diese Grafik zeigt noch einmal genauer, wie sich die Stadt zum Beispiel auch die Wegeverbindung zwischen Einkaufszentrum und ehemaligen Zechengelände vorstellt - hier unter anderem durch eine gelbe Linie dargestellt. Eine weitere Verbindung soll es zwischen Derner Marktplatz und Gneisenaupark über die Altenderner Straße hinweg geben (oben links ebenfalls in Gelb dargestellt)

Diese Grafik zeigt noch einmal genauer, wie sich die Stadt zum Beispiel auch die Wegeverbindung zwischen Einkaufszentrum und ehemaligen Zechengelände vorstellt - hier unter anderem durch eine gelbe Linie dargestellt. Eine weitere Verbindung soll es zwischen Derner Marktplatz und Gneisenaupark über die Altenderner Straße hinweg geben (oben links ebenfalls in Gelb dargestellt) © Stadt Dortmund

Das „Integrierte Handlungskonzept Dortmund - Derne“ (InHK) wurde mit einem Investitionsvolumen von ca. 6,05 Millionen Euro erstmals zum Städtebauförderprogramm 2020, angesiedelt beim NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, angemeldet und aufgrund nachrangiger Priorität abgelehnt.

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Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur beantragt bereits seit mehreren Jahren Zuwendungen aus der Städtebauförderung, um „zwingend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen“, so die Stadt, an den stadtteilbildprägenden Baudenkmälern finanzieren zu können. Bisher wurde kein Antrag bewilligt und die Denkmäler verfallen mehr und mehr.

Voraussetzungen, um bei Förderanträgen berücksichtigt zu werden

Das Instrument des Strukturplans, der eine Stadtteilentwicklung im Einklang mit den Industriedenkmälern festschreibe, soll nun die Voraussetzungen verbessern, um bei künftigen Förderanträgen berücksichtigt zu werden.

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Der Strukturplan selbst entfalte zwar keine formal-rechtlichen Verbindlichkeiten, diene aber der Selbstbindung der politischen Gremien und der Stadtverwaltung bei Entscheidungen, die in Zukunft anstehen. Nach der Beschlussfassung soll der Strukturplan weiter inhaltlich ausgearbeitet und in einen Gestaltungsplan überführt werden.

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