Stadt plant Neubau von Wohnungen für Flüchtlinge

Fragen und Antworten

Die Stadt hat kaum noch Reserven, die nach Dortmund kommenden Flüchtlinge angemessen unterzubringen. Die Stadt nimmt die Sache jetzt in die Hand und baut selber Unterkünfte und Wohnungen. Wie das funktionieren kann? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

DORTMUND

, 12.08.2015, 01:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Stadt angeblich selbst Unterkünfte bauen kann – warum nicht auch Private oder etwa Dogewo21, das ja zumindest ein kommunales Unternehmen ist?

Bauen ist teuer, sagen Experten. Zwar verweisen alle auf die derzeit niedrigen Kreditzinsen. Was eher nicht betrachtet werde, sei der Umstand, dass die Baukosten durch diverse Nebenverordnungen seit 2000 um rund 40 Prozent gestiegen seinen. Wenn Private (oder Dogewo21) also bauen wollten, müssten sie unter anderem Grundstücke kaufen und sich mit dem notwendigen Kapital eindecken. Natürlich gibt es Fördermöglichkeiten über das Wohnungsamt der Stadt. Aber eben nur die herkömmlichen. Und die seien nicht ausreichend um so günstig zu bauen, dass am Ende eine Miete von 5,20 Euro/qm herauskomme. Am Grundstückspreis etwa kommt ein Investor auch im Falle einer Förderung nicht vorbei.

Aber die Stadt kann das stemmen?

Zumindest wird das sehr ernsthaft geprüft. Der Trick dabei ist: Die Stadt hat eine 100-prozentige Tochter namens „Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft mbH“. Diese GmbH könnte aktiviert werden und künftig eine Bauherren-Rolle übernehmen. Der Kniff dabei: Die städtische GmbH müsste keine Grundstücke mehr kaufen – ihre „Mutter“, die Stadt also, würde ihre eigenen Grundstücke einbringen, die später bebaut werden sollen. Die GmbH müsste also keine Flächen für viel Geld kaufen und wäre an dieser Stelle schon einmal entlastet.

Kommt die „Stadt-GmbH“ denn an eine Förderung, an die andere Investoren nicht kommen?

Ja. Das Land hat extra ein Förderprogramm aufgelegt, das allein für Kommunen zur Verfügung steht. Es gewährt über die Kwf-Bank spezielle, zinslose Darlehen für den Bau von Flüchtlings-Unterkünften. Das bedeutet, die Stadt-GmbH würde nicht nur von Grundstückskauf entlastet, sondern auch von Kapitalkosten. Daneben gibt es seit Juni einen weiteren Fördertopf für den Bau von Unterkünften für Flüchtlinge.

Auf den Punkt gebracht: Die Stadt bereitet also gerade die Geburt eines neues  Wohnungsunternehmen vor?

Das ist vielleicht ein wenig hoch gegriffen. Als Bauherr aber müsste die GmbH tatsächlich auftreten. In gewissem Maße benötigt sie auch Personal - etwa für die Planung. Sie hätte die Möglichkeit, für einzelne Projekte einen „Geschäftsbesorgungsvertrag“ mit anderen Unternehmen abzuschließen. Auch das Personal könnte von anderen Unternehmen gestellt werden.

Wann soll die GmbH an den Start gehen?

Zurzeit ist die Verwaltung im Begriff, Immobilien und Grundstücke zu suchen, die in die GmbH eingebracht werden könnten. Und natürlich benötigte die Gesellschaft eine entsprechende Satzung. Geht die Rechnung der Stadt-Spitzen auf, will Stadtdirektor Jörg Stüdemann dem Rat gegen Jahresende einen Vorschlag unterbreiten.

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