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Stadt schleppt regulär geparktes Auto ab

Besitzer war im Urlaub

Als Marko Demantowsky im Urlaub weilte, ließ die Stadt Dortmund sein Auto abschleppen - obwohl der Kreuzviertel-Bewohner es ganz regulär geparkt hatte. Der Grund: Baumfällarbeiten. Der Dortmunder musste insgesamt 130 Euro zahlen - dabei hatte er keine Chance, den Wagen umzuparken. Doch die Stadt bleibt hart.

DORTMUND

, 24.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Stadt schleppt regulär geparktes Auto ab

In der Sonnenstraße an der Fachhochschule parkte das Auto, das für Arbeiten an Bäumen abgeschleppt werden musste.

Als Professor Marko Demantowsky in der Nacht zu Samstag aus dem Urlaub zurückkehrte, stand sein Auto nicht mehr auf dem Parkplatz an der Sonnenstraße gegenüber von der Fachhochschule in der Innenstadt. Sein Auto und elf weitere PKW hatte die Stadt Dortmund in der vergangenen Woche Dienstag abschleppen lassen, weil Arbeiter die Bäume in der Sonnenstraße pflegen mussten. 

Auf das dafür notwendige Parkverbot hatte die Stadt fünf Tage vorher hingewiesen. Marko Demantowsky war allerdings schon am 30. Juli in den Urlaub gefahren und konnte nicht wissen, dass die Stadt ein Parkverbot ausgesprochen hat. Das Auto des Fachhochschul-Professors blockierte keinen Rettungsweg und keine Einfahrt, stand nicht auf einem Behindertenparkplatz. Der Besitzer nutzte anständig einen öffentlichen Parkplatz.

Stadt will trotzdem das Geld sehen

Die Stadt lässt nicht mit sich verhandeln, will das Geld sehen und verweist auf den von Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung vorgegebenen „Sorgfaltsmaßstab“, den der urlaubende Autofahrer hätte anlegen müssen. „Gerade in einer Großstadt, in der ein Verkehrsteilnehmer jederzeit mit temporär geltenden Park- und Halteverboten zu rechnen hat“, müsse sich der Bürger „sorgfältig“ nach Parkverboten umsehen. Andernfalls hätte die Stadt die Baumpflegearbeiten nicht durchführen können.

An einem Strand liegend oder selbst auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, stehend ist der sorgfältige Einblick in die Sonnenstraße durch die Erdkrümmung jedoch nur eingeschränkt möglich, sodass Marko Demantowsky das vorübergehend gültige Parkverbot nicht erkennen konnte. Darüber hinaus ließ das Ordnungsamt wissen, dass „die Erwartung, im öffentlichen Verkehrsraum an einer bestimmten Stelle parken zu können“, rechtlich nicht geschützt sei.

Polizei riet zuerst zur Diebstahlanzeige

Der Auto-Besitzer hatte in der Nacht zu Samstag die Polizei angerufen. Erste Recherchen führten allerdings nicht auf das Betriebsgelände eines Abschleppunternehmers, sondern ließen einen Diebstahlsverdacht aufkommen; Marko Demantowsky sollte eine Anzeige aufgeben.

Auf der Wache stellte sich nach Anrufen bei mehreren Abschleppern heraus, dass der PKW doch an den Haken genommen worden war. Der Besitzer fuhr zum Unternehmer Stracke, musste 115 Euro auf den Tisch legen (sonst kein Auto zurück) und die Zahlkarte des Ordnungsamtes mit einer Geldstrafe in Höhe von 15 Euro entgegen nehmen.

Hätte die Stadt nicht kulant sein können, weil der Autofahrer keiner der täglichen Falschparker war und wegen seines Urlaubs nicht wissen konnte, dass er den Baumarbeiten im Weg steht? Nein, sagt die Stadt: „Die Kosten für die Abschleppmaßnahmen sind entstanden und müssen entrichtet werden.“

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