Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Stadt testet neue Köderboxen zur Rattenbekämpfung

Mehr Umweltschutz

Die Stadtentwässerung freut sich in diesen Tagen über den Besuch von Ratten. Sie sind herzlich willkommen in den im April ausgelegten Köderboxen: Denn hohe Besucherzahlen bedeuten, dass die Stadtentwässerung mit ihrem neuen Pilotprojekt zur Rattenbekämpfung auf einem guten Weg ist. Fragen und Antworten.

DORTMUND

, 05.05.2017 / Lesedauer: 3 min

Wie viele Ratten gibt es in Dortmund?

Nach einer amerikanischen Untersuchung – sie ist allerdings nicht brandaktuell – gibt es in Großstädten etwa genauso viele Ratten wie Menschen. Konkrete Zahlen für Dortmund sind der Stadt nicht bekannt, so Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Wurden die Fallen in der Ratten-Hochsaison aufgestellt?

Ratten können über das ganze Jahr hinweg Nachwuchs bekommen. Das Nahrungsangebot ist aber in der wärmeren Jahreszeit am größten. Es hat sich gezeigt, dass Fallen in der Kanalisation, im Frühjahr und Herbst aufgestellt, die Rattenpopulation eindämmen konnten, so Löchter.

Was für Fallen setzt die Stadt ein?

Das Team der Stadtentwässerung hat im vergangenen Jahr drei Schlagfallen in der Kanalisation getestet. Diese waren ungeeignet. Im April wurden jetzt testweise fünf Köderschutzboxen in Kanalschächten eingebaut. Preis pro Box: 500 Euro. 

Mit Hilfe von Sensoren in den Boxen werden die Ratten, die hineinkriechen, gezählt. So könnten Dortmunds Ratten langfristig gezielter bekämpft werden. Zudem kommen Giftköder, die sich in einer Box befinden, nicht mit dem Abwasser in Kontakt. Das erhöht ihre Haltbarkeit und dient dem Umweltschutz.

Der Test läuft bis zum Herbst. „Ist es erfolgreich, werden wir 300 Boxen anschaffen und stadtweit verteilen“, so Uwe Paluszak, Leiter der Stadtentwässerung.

Die Stadtentwässerung arbeitet mit Giftködern. Wie lange braucht es, bis das Tier stirbt?

Die Stadtentwässerung belegt zweimal im Jahr etwa 17 000 Schächte mit Giftködern. Das Gift wirkt erst circa zwei Wochen, nachdem die Ratte von dem Köder gefressen hat. Das Tier stirbt dann an inneren Blutungen.

Was ist mit den Kadavern?

Die Kadaver werden über die Kanalisation zur Kläranlage gespült.

Ist das Gift auch für andere Tiere schädlich?

Die verwendeten Giftköder verhindern die Blutgerinnung. Da sie ausschließlich in der Kanalisation ausgelegt werden, ist eine Gefährdung anderer Tiere ausgeschlossen.

Wie teuer ist die Rattenbekämpfung?

Die Stadtentwässerung gibt circa 120 000 Euro im Jahr dafür aus. Wenn ich Ratten gesehen habe – wo melde ich mich? Unter Tel. 5 02 77 72 kann sich der Bürger an das Team der Stadtentwässerung wenden. Nur das darf allerdings Giftköder in den Abwasser-Anlagen auslegen.

Wie geht die Stadt außerhalb der Kanalisation gegen Ratten vor?

Das Ordnungsamt ruft die Dortmunder einmal im Jahr zu einer Rattenbekämpfungsaktion auf. Die diesjährige Aktion lief vom 6. bis zum 22. Februar. Maßnahmen zu ergreifen, wenn Ratten gesichtet werden, liegt in der Verantwortung des Grundstückseigentümers. Wichtig: Sicherheitsvorkehrungen treffen, wenn Gift eingesetzt wird. Eine Rattenbekämpfung auf Privatgrundstücken durch die Stadt Dortmund wird seit Schließung der Städtischen Desinfektionsanstalt im Jahre 1987 nicht mehr angeboten.

Wie oft treffen Hinweise bei der Stadt ein?

Pro Jahr gibt es circa 20 Hinweise auf Ratten, sagt Löchter. Ruft ein Bürger an, wird die Lage mit ihm erörtert. Wichtig ist zu klären, was die Ratten angelockt hat. Sind städtische Flächen betroffen, wird ein Ansprechpartner benannt.

Unter welchen Bedingungen fühlen sich die Ratten am Wohlsten?

Ratten leben gern unter Sträuchern und Buschwerk – in der Nähe von Menschen. Die Kanalisation, in der die Giftköder ausgelegt werden, ist nicht wirklich ein bevorzugter Lebensraum. Aber über die Kanalisation können die Ratten unbemerkt in andere Gebiete wandern. Wichtig: Lebensmittelreste nicht über Toiletten entsorgen.

Was fressen Ratten am liebsten?

Ratten ernähren sich gern von Lebensmittel-Resten. Müllansammlungen aller Art locken sie an. Zur Vermeidung einer Rattenplage muss die Müllsammlung und -entsorgung ordnungsgemäß erfolgen, über die von der EDG bereitgestellten Mülltonnen und -container, die nach Benutzung vorschriftsmäßig zu verschließen sind. Rattenprobleme, so Löchter, sind menschengemacht. 

Lesen Sie jetzt