Stadt überraschend auf Raumsuche für Pop-Akademie

Musikschule

Eigentlich hätte es noch lange nicht publik werden sollen, dass die Pop-Akademie der Evangelischen Kirche von Westfalen auf der Suche nach einem Standort in Dortmund bereits Gebäude besichtigt. Jetzt wird das Geheimnis aber doch gelüftet, aufgrund einer unglücklichen Begegnung - die so nicht geplant war.

Dortmund

, 22.10.2015, 10:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt überraschend auf Raumsuche für Pop-Akademie

Der Musiker Dieter Falk, der hier in der Westfalenhalle für das Luther-Oratorium probt (Premiere am 31. Oktober in der Westfalenhalle), ist einer der Dozenten der Pop-Akademie, für die die Evangelische Kirche von Westfalen aktuell einen Standort sucht. Dortmund ist dabei ein heißer Kandidat.

Es war reiner Zufall, dass Gitarrist Jochen Schrumpf am Montag im Fritz-Henßler-Haus unterrichtete. Laut Stundenplan der Pop-School ist Schrumpf an anderen Wochentagen dran, nur ausnahmsweise hatte er den Unterricht diesmal auf den Montagnachmittag gelegt. Die Pop-School ist ein Angebot der Musikschule, Jugendlichen beizubringen, wie man als Band Popmusik spielt. Jochen Schrumpf ist seit der Gründung 2008 ihr Leiter.

Plötzlich unerwarteter Besuch

Um kurz nach drei ging plötzlich die Tür auf: Eine Delegation der Evangelischen Kirche stand auf der Schwelle. Man wolle die Räume besichtigen, denn die Pop-Akademie erwäge, hier einzuziehen. Warum Schrumpf denn so überrascht sei, der Termin sei doch seit Langem abgesprochen. Nur eben weder mit Schrumpf, noch mit dem Leiter der Musikschule Volker Gerland. Bei beiden kam die Sorge auf: Soll die Pop-School raus, damit die Pop-Akademie rein kann?

Der Besuch habe nur "Sondierungscharakter" gehabt, sagte der Geschäftsführer der Pop-Akademie Martin Bartelworth am Dienstag auf unsere Nachfrage. Von einer Konkurrenz zur Pop-School bezüglich der Räume wisse er nichts. Noch sei nichts sicher, aber am 5. Dezember wolle die EKD die Entscheidung zwischen Dortmund und Witten treffen, den beiden Städten, die als Standorte noch im Rennen sind. Und Dortmund sei attraktiv, zum Beispiel durch "tolle Player" wie FZW und Domicil, die gute Auftritts- und Kooperationsmöglichkeiten bieten würden.

Stadtdirektor Jörg Stüdemann war dazu erst Mittwoch zu erreichen. Nein, die Pop-School sei durch die Verhandlungen mit der Pop-Akademie keineswegs gefährdet, beschwichtigte er im Gespräch mit dieser Redaktion.

Mehrere Standorte im Blick

Das Henßler-Haus sei einer von zwei bis drei möglichen Dortmunder Standorten für die Pop-Akademie, und es gehe auch nur um die Nutzung der Räume zu Tageszeiten, wenn die Pop-School sie nicht besetze. Außerdem: Wenn der Neubau am Brügmannblock fertig ist und das Fritz-Henßler-Berufskolleg dort einzieht, würden im Henßler-Haus weitere Räume frei, die die Pop-Akademie nutzen könnte. Kurz: Kein Grund zur Panik.

Warum weder Schrumpf noch Gerland vom Besichtigungstermin wussten, könne er nicht sagen, ein Geheimnis sei es ja nicht gewesen. Bernd Weber, Leiter des Henßler-Hauses, wusste von dem Termin. "Dass die Musikschule nichts wusste, ist natürlich sehr unglücklich gelaufen." Er bittet um Verständnis: Im Moment sei sehr viel los, es gebe viele Baustellen. Scheinbar hat einfach niemand daran gedacht, die Musikschule zu informieren.

Grundsätzlich sei es sehr wünschenswert, die Pop-Akademie in die Stadt zu holen, betont Stüdemann. Aus drei Gründen: Erstens würde das Angebot christlicher Popmusik gut in die vorhandene Chormusikszene Dortmunds passen. Zweitens die bereits gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche weiter ausbauen. Und drittens soll die Akademie sich finanziell selbst tragen, Geld von der Stadt sei dafür nicht vorgesehen.

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