Überstürzt gehandelt? Stadt „vergisst“ die Hälfte einer Straße bei der Parkregelung

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Anwohner einer Straße in Dortmund haben monatelang auf eine neue Parkregelung gewartet. Jetzt ist sie da – aber nur für die Hälfte der Straße. Und noch etwas ärgert die Anwohner.

Dorstfeld

, 04.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An vielen Straßen in Dortmund parken Anwohner trotz Verbot auf dem Gehweg. Weil sie es gewohnt sind, die Straße beim Parken auf der Straße zum Zickzack-Kurs wird oder Krankenwagen nicht mehr durchkommen.

Doch das Gewohnheitsrecht gilt hier ohne eine offizielle Parkregelung durch Schilder nicht. Fallen die Falschparker auf, schaltet sich das Ordnungsamt der Stadt Dortmund ein.

So geschehen an der Straße Am Schleppweg und an der Kometenstraße in Dorstfeld. „Es hat sich wohl ein Anwohner beschwert“, erzählt Georg Käse, der Am Schleppweg wohnt. „Dann kam das Ordnungsamt.“

Das Ordnungsamt kontrolliert nur gemeldete Straßen

Das wies im November 2018 per Handzettel darauf hin, dass es in Zukunft Kontrollen geben werde. Wer weiterhin auf dem Gehweg parke, bekomme ein Knöllchen. Die Anwohner stellten ihre Autos daraufhin auf die Straße.

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Ein Ärgernis: Obwohl auch in umliegenden Straßen falsch geparkt werde, wurden nur die Straße Am Schleppweg und die Kometenstraße kontrolliert. „Wir möchten den anderen nichts Böses“, sagt Georg Käse. „Aber die Regelung müsste doch einheitlich sein.“

An manchen Straßen gebe es Schilder, in anderen Parkbuchten und in wieder anderen parken Anwohner auch ohne Parkregelung auf dem Bürgersteig. Geduldet nur deshalb, weil sie noch nicht kontrolliert wurden.

Anwohner wehren sich – und fordern eine Parkregelung

Doch nach dem Durchgreifen des Ordnungsamtes habe es nur Probleme gegeben. Die beiden kontrollierten Straßen wurden zum Hindernisparcours, Krankenfahrer hatten Schwierigkeiten zur Arztpraxis an der Kometenstraße zu kommen.

„Und der Schulbus kam gar nicht mehr durch“, sagt Martina Stang, die Am Schleppweg wohnt. Stang hat sich federführend für die Anwohner beider Straßen um eine Eingabe in der Bezirksvertretung Innenstadt-West gekümmert.

Darin forderten die Anwohner das Aufstellen von Schildern, die das Parken auf dem Gehweg erlauben. „Schließlich sind die Bürgersteige nach meiner Messung mit 3,50 bis 4,50 Metern breit genug“, sagt Martina Stang.

Die Stadt stimmt der Parkregelung mit Schildern zu, aber es dauert

Fast alle Nachbarn haben die entsprechende Eingabe unterschrieben, die im Dezember 2018 an die Bezirksverwaltungsstelle Innenstadt-West ging. Bezirksvertretung und Rat stimmten den Anwohnern zu.

Am 4. April dieses Jahres wurde endgültig beschlossen, dass Parkschilder aufgestellt werden sollten. In einem dicken Ordner hat Martina Stang den Schriftverkehr zu dem Thema gesammelt.

Überstürzt gehandelt? Stadt „vergisst“ die Hälfte einer Straße bei der Parkregelung

Der Pfeil wurde einfach auf das Parkschild geklebt und ist nicht reflektierend wie die anderen weißen Teile. © Carolin West

Denn so schnell wie angekündigt, kamen die Parkschilder nicht. Immer wieder hakten die Anwohner nach. „Ich habe sogar schon angeboten, die Schilder selbst aufzuhängen“, sagt Martina Stang. Dann endlich, Ende September, wurden die Schilder angebracht.

Fehlen Parkschilder?

Allerdings anders als geplant. Die Hälfte der Straße Am Schleppweg ab Karl-Funke-Straße ist nicht beschildert. Auf der beschilderten Hälfte hat nur eine Straßenseite einen kompletten Satz Parkschilder erhalten, auf der anderen Seite gibt es eine große unbeschilderte Lücke.

An der Kometenstraße stehen teils vor und hinter jeder Einfahrt Schilder, teils gar keine. „Da weiß doch niemand mehr, wo er stehen darf. Das hat für mich nichts mit einer bürgerfreundlichen Stadt zu tun“, sagt Georg Käse. „Erst passiert lange nichts, dann wird übereilt gehandelt und fast alles vergessen.“

Mitte Oktober fragten die Anwohner erneut nach, wann die fehlenden Schilder aufgestellt werden – bis heute gibt es dazu keine Rückmeldung. Eine Anfrage dieser Redaktion an die Stadt läuft.

„Und es geht ja nicht nur darum, dass Schilder fehlen“, sagt Martina Stang. „Die, die da sind, sehen auf die Schnelle zusammengezimmert aus, ein Schild steht halb hinter einem Baum und die Parkregelung ist jetzt einfach nur noch verwirrend.“

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