Stadt verteidigt Westbad-Entscheidung

Neubau in Wischlingen

Die Diskussion ums Westbad schlägt weiter hohe Wellen. Am Dienstagabend wird es eine Kundgebung der Initiative für den Erhalt des Westbads im Kortental geben. Am Montag ging die Stadt in die Offensive und hat ihren Vorschlag für einen Neubau in Wischlingen verteidigt.

WISCHLINGEN

, 27.06.2017, 11:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt verteidigt Westbad-Entscheidung

Links das bestehende Freizeitbad, rechts das neue Sportbad – beide mit einem Gang verbunden. So etwa könnte nach ersten Überlegungen des Büros pbr das neue Westbad in Wischlingen aussehen. Über die detaillierte Architektur und Fassadengestaltung ist allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Der Streit schwelt schon seit gut zwei Jahren. Und die Initiative für den Erhalt des Westbads hatte immerhin erreicht, dass ein Gutachter noch einmal beide Standorte für einen Bad-Neubau unter die Lupe nimmt. Doch auch danach setzt die Verwaltungsspitze – und offensichtlich auch die Mehrheit in der Politik – auf einen Neubau in Wischlingen. 

Der würde nach den Berechnungen des Osnabrücker Gutachterbüros pbr inklusive Abbruchkosten für das alte Westbad 11,9 Millionen Euro kosten, gegenüber 13,1 Millionen Euro für einen Neubau am Kortental. Synergieeffekt lautet das Zauberwort. Denn beim Freizeitbad Wischlingen sind Räume und Personal, die gemeinsam eingesetzt werden könnten, schon vorhanden. Das macht sich dann besonders bei den jährlichen Betriebskosten bemerkbar, die in Wischlingen um 650.000 Euro niedriger ausfallen sollen.

Zahl der Badbesucher ist zurückgegangen

Aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen spreche viel für die Lösung in Wischlingen, betont Bernd Kruse, Chef der städtischen Sport- und Freizeitbetriebe, der zugleich auch Geschäftsführer der Revierpark Wischlingen GmbH ist. Generell sei die Zahl der Badbesucher in den vergangenen Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen – besonders deutlich in den klassischen Hallenbädern, die deshalb auch in Studien als nicht mehr zeitgemäß ein gestuft würden. „Die Zukunft gehört integrierten Standorten, die mit einer Kombination aus Freizeit- und Sportbad ein möglichst breites Angebote für verschiedene Nutzer bieten“, erklärt Kruse.

Der Bedarf von Vereinen, Schulschwimmen und Schwimmausbildung soll dabei nicht unter die Räder kommen, betont auch Sportbetriebs-Chef André Knoche. Er werde an beiden Standorten gleichermaßen gedeckt, ebenso wie das Angebot für den öffentlichen Badebetrieb. Dabei könnten Einrichtungen des Freizeitbades, wie etwa ein Babybecken, mit genutzt werden. Sechs von 13 Schulen, die das Westbad nutzen, hätte es künftig näher zum Wasser, sieben hätten längere Wege. Mit Blick auf die Schülerzahlen hätte eine Mehrheit aber sogar einen kürzeren Weg nach Wischlingen, erläutert Kruse.

330.000 Besucher im Freizeitbad 

Auch das Argument von Kritikern, der Standort Wischlingen sei schlecht erreichbar und ein Angstraum weist Kruse nicht nur mit Blick auf die S-Bahn- und Bus-Anbindung zurück. Man habe im Freizeitbad 330.000 Besucher im Jahr, 70.000 vorwiegend Jugendliche nutzten meist in der dunklen Jahreszeit die Eishalle in Wischlingen, erklärt Kruse. „So schlecht kann die Erreichbarkeit also nicht sein.“

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