Stadt will Gartenausstellung mit Industriekultur und Luna-Park

rnIGA 2027

Der Rat hat den Weg frei gemacht für den Beteiligung Dortmunds an der Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Jahr 2027. Es gibt gleich mehrere Projektideen.

Dortmund

, 01.09.2018, 04:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 ins Ruhrgebiet kommt, ist Dortmund auf jeden Fall dabei. Der Rat hat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich die Stadt an dem Großereignis beteiligt. Kosten von 61 Millionen Euro sind dafür für die nächsten zehn Jahre veranschlagt – in der Erwartung, dass die Stadt selbst nur 18 Millionen davon selbst tragen muss. Denn mit der IGA sollen reichlich Fördermittel fließen.

Die Hoffnungen, die mit der Gartenausstellung verbunden sind, sind groß. Unter dem Motto „Emscher Nordwärts“ will die Stadt vor allem das frühere Hoesch-Spundwand-Gelände (HSP) im Westen der Stadt entwickeln – mit Wohnen, Büros, Wasser und Industriekultur. Eine neue Gartenlandschaft soll sich von der Rheinischen Straße entlang der Emscher bis zur Kokerei Hansa in Huckarde und möglichst noch darüber hinaus bis Castrop-Rauxel ziehen.

Viele Ideen für „Emscher Nordwärts“

Unter dem Titel „Zukunftsgärten“ wäre „Emscher Nordwärts“ eines von drei zentralen IGA-Projekten im Ruhrgebiet. Hier sollen Besucher der IGA im Jahr 2027 dann auch Eintritt zahlen und dafür neben viel Grün Kultur in alten Industriehallen, Fahrten mit einer Museumsstraßenbahn und eine „Skywalk“ auf alten Gichtgasleitungen erleben. Oberbürgermeister Ullrich Sierau will „Emscher Nordwärts“ zudem unabhängig von den Gartenschau-Plänen in die von Ministerpräsident Armin Laschet angekündigte Ruhrgebietskonferenz einbringen.

Von der IGA selbst sollen aber auch andere Bereiche der Stadt profitieren. „Unsere Gärten“ ist der Titel eines weiteren IGA-Programms unterhalb der „Zukunftsgärten“. Drei Flächen hat die Stadt dafür ins Auge gefasst. Der Landschaftverband Westfalen-Lippe will rund um die Zeche Zollern Industrienatur und Sozialgeschichte verknüpfen. Mit dem „Parkkreuz Phoenix“ will die Stadt Westfalenpark, Phoenix-Park und den Botanischen Garten Rombergpark noch stärker verbinden.

Fredenbaum als moderner Volkspark mit Geschichte

Und schließlich soll der Fredenbaumpark als moderner Volkspark mit Geschichte in Szene gesetzt werden. Eine Idee dazu: Ein Wiederaufleben des „Luna-Parks“, der von 1912 bis in die 1930er Jahre als Vergnügungspark die Menschen in Massen anzog. Mit historischen Fahrgeschäften und „Buden“ könnte die Stimmung des vergangenen Jahrhunderts vermittelt werden, heißt es in der Ideen-Skizze der Stadtplaner.

Wie das IGA-Konzept am Ende aussehen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Städte sich am Ende beteiligen werden. Die Förderzusagen des Landes bleiben bislang hinter den Erwartungen zurück. Eine spezielle finanzielle Unterstützung soll es nicht geben. „Die Finanzierung der IGA erfolgt durch die bereits vorhandenen Förderprogramme“, heißt es in einem von CDU und FDP getragenen Landtagsbeschluss. „Die beteiligten Kommunen müssen sich durch entsprechende Ratsbeschlüsse zu den Projekten und ihrer anteiligen Finanzierung bekennen.“ Was in Dortmund geschehen ist.

Beratungen beim RVR

In diesen Wochen müssen sich nun die Gemeinden des Ruhrgebiets die Karten legen, ob sie sich unter diesem Vorzeichen an der IGA beteiligen wollen. „Wir sehen in der Region große Zustimmung“, erklärte Jens Hapke als Sprecher des Regionalverbands Ruhr (RVR). Am 14. Dezember soll die RVR-Verbandsversammlung das aktualisierte Konzept und die Finanzplanung beschließen und die Gründung einer Durchführungsgesellschaft auf den Weg bringen.

Noch nicht ganz klar ist, welche Rolle der RVR künftig spielt. Doch in der Essener RVR-Zentrale meldet man durchaus Ansprüche an. Man sei in erster Linie Moderator und Koordinator, erklärt Hapke. „Aber wir wollen auch bei der Umsetzung des Projekts eine zentrale Rolle spielen. Schließlich kommt die Idee zur IGA aus unserem Hause.“

Die Kosten für die Entwicklung „Emscher Nordwärts“ werden auf 51 Millionen Euro bis 2028 beziffert. 17 Millionen Euro davon fallen speziell für die IGA an. Für die „Unsere Gärten“-Projekte in Dortmund werden Kosten von 10 Millionen Euro geschätzt. Hier ist unklar, ob es dafür öffentliche Fördermittel gibt.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt