Stadt will Millionen in Innenstadt-Radwege stecken

Kampf um Förderprogramm

Seit vielen Jahren kämpft die Radfahr-Lobby um bessere Radwege durch Dortmunds City. Jetzt könnte der Wunsch über einen Umweg erfüllt werden. Möglich machen sollen das Millionen vom Land. Profitieren würden auch andere umweltfreundliche Verkehrsmittel.

DORTMUND

, 26.04.2017, 03:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt will Millionen in Innenstadt-Radwege stecken

So ein Rad in der Stadt tut dem Radler gut. Und der Stadt, denn Abgase bläst ein Fahrrad nicht in die Luft.

Die Stadt will mit Hilfe des Landesförderprogramms „Emissionsfreie Innenstadt“ mit Millionen-Aufwand gezielt umweltfreundliche Verkehrsmittel – von Fahrrädern bis zu Elektromobilen – fördern.

Von der autofreien City, die Anfang der 1990er Jahre heiß diskutiert wurde, will Planungs- und Umweltdezernent Ludger Wilde ganz bewusst nicht reden. „Wir wollen den Autoverkehr nicht ausschließen, sondern Anreize bieten, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen“, betont Wilde.

Fast 15 Millionen Euro für klimafreundlichen Verkehr

Und klar sei auch, dass die Luft in der Innenstadt trotz aller Bemühungen sicherlich nicht emissionsfrei, aber zumindest emissionsfreier werden soll. Dabei helfen soll ein Förderprogramm des Landes zum kommunalen Klimaschutz, für das sich die Stadt bewerben will – vorausgesetzt, der Rat stimmt in seiner Sitzung am 1. Juni zu.

Wenn die Stadt den Zuschlag für die Teilnahme an dem Programm bekommt, könnten 13,6 Millionen an Fördermitteln für Klimaschutz-Maßnahmen im Verkehrsbereich nach Dortmund fließen und mit städtischem Anteil ein Gesamtpaket von 14,9 Millionen Euro geschnürt werden. „Das könnte ein Schwerpunkt-Projekt der Verwaltung für die Zeit ab Mitte 2018 werden, das uns finanziell und personell fordert“, kündigt Wilde an. Angelegt ist das Programm auf drei Jahre.

E-Taxi-Ladespur am Hauptbahnhof

Zu den Projekten gehört etwa der emissionsfreie Lieferverkehr, das heißt, dass Geschäfte und Büros im Stadtzentrum mit Lastenfahrrädern und E-Mobilen beliefert werden. Generell soll die Elektromobilität weiter gefördert werden. Dazu gehört etwa die Schaffung weiterer Lademöglichkeiten etwa mit einer E-Taxi-Ladespur am Hauptbahnhof. Car-Sharing und Fahrrad-Parken sollen ausgebaut werden.

Das Projektgebiet umfasst dabei nicht nur die City, sondern ein Areal von der Treib- und Steinstraße im Norden bis zur Saarlandstraße im Süden, von Union-, Möller- und Lindemannstraße im Westen bis zum Heiligen Weg im Osten. Einen Schwerpunkt bilden das Klinikviertel und das Quartier rund um die Bornstraße sowie der Wallring, aber auch die Verkehrsachsen wie Ruhrallee und Hohe Straße, die in die City führen. Nicht zuletzt zeigten die hier gemessenen hohen Lärm- und Schadstoffbelastungen durch den Autoverkehr für die Anwohner die Notwendigkeit des Handelns, erläutert Wilde.

Attraktive Radwege für den Wall

Beim Wallring ist nicht zuletzt die Schaffung attraktiver Radwege ein Thema. „Da gibt es Optimierungsbedarf“, räumt der Dezernent. Aber auch der Ausbau des Fahrradparkens und die Schaffung von „Fußgänger- und Fahrradachsen“ in der City gehören zum Maßnahmenpaket. So wie es sich viele Radfahrer seit langer Zeit wünschen.

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