Stadt zahlt 320.000 Euro für eine BVB-Meisterfeier, die es nicht gab

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Bis zum 34. Spieltag hätte der BVB im Mai 2019 Deutscher Meister werden können – wenn der FC Bayern gegen Frankfurt verloren hätte. Weil es anders kam, hat die Stadt Dortmund Geld verloren.

Dortmund

, 28.11.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Rat der Stadt muss nachträglich Ausgaben für eine Feier genehmigen, auf die viele in Dortmund vergeblich gehofft hatten. Es geht um die ausgefallene BVB-Meisterschaftsfeier mit Autokorso in der Bundesliga-Saison 2018/2019. Bis zum letzten Spieltag war bei zwei Punkten Unterschied in der Tabelle offen, ob Borussia Dortmund auf der Zielgeraden wieder an den Bayern vorbeiziehen kann.

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Die meisten Fans in Dortmund sprachen nicht mehr von „hätte, wäre, könnte“, sondern von „Der BVB wird Deutscher Meister“. Der BVB gewann zwar sein Spiel gegen Mönchengladbach mit 2:0, doch auch die Bayern schlugen Frankfurt mit 5:1. Damit hatten sich Meisterschaftsfeier und Corso für Dortmund erledigt – bis auf das finanzielle Nachspiel, das auf der Tagesordnung des Finanzausschusses am Donnerstag (5.12..) steht.

Stadt wäre selbst Veranstalter des Autocorsos gewesen

Insgesamt 320.754,75 Euro muss die Stadt für das ausgefallene „Projekt Meisterfeier BVB 2019“ auf den Tisch legen, davon 461,43 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit. Der Rest sind Storno- und Vorbereitungskosten. Die Organisation wurde abgewickelt über den gesamtstädtischen Kommunikationsdienstleister Dortmund-Agentur.

Die Stadt, so heißt es in einer Begründung, wäre aus Sicherheitsgründen selbst Veranstalter des traditionellen Autokorsos mit dem großen BVB-Mannschaftswagen durch die Stadt gewesen. Die Polizei ging im Fall der Meisterschaft von 200.000 bis 250.000 Menschen aus, die entlang der rund vier Kilometer langen Strecke dem BVB zujubeln würden.

Der Einsatz von 1000 Männern und Frauen von Stadt, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei war geplant. Eine gigantische Meisterfeier auf dem Friedensplatz war nicht vorgesehen.

265.000 Euro für Sicherheitsdienstleister

Die zeitgerechte (Voraus-)Planung eines Titelkorsos werde in jedem Jahr mit BVB-Titeloption von der Stadt Dortmund und weiteren zuständigen Behörden aus Sicherheitsgründen als erforderlich eingestuft, teilt Stadtsprecher Frank Bußmann dazu auf Anfrage mit.

Allein die Stornokosten für den externen Sicherheitsdienstleister beliefen sich auf rund 265.000 Euro, so Bußmann, „da erst am Vorabend des möglichen Autokorsos klar war, wer Deutscher Meister ist (und wer nicht)“. Weitere Stornopositionen seien unter anderem der Sanitätsdienst und die Bereitstellung von Toiletten entlang der Strecke.

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