Hombrucher laufen weiterhin illegal über die Schienen - doch die Stadt kann nichts tun

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Seit über einem Jahr verschaffen sich die Hombrucher illegalen Zugang über die Schienen an der Eierkampstraße. Und das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern.

von Anika Hinz

Hombruch

, 17.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Einkaufszentrum am Luisenglück bekommen Hombrucher alles, was sie brauchen. Doch es gibt ein Problem: Wer mit der Bahn anreist, hat keine direkte Möglichkeit, von der Stadtbahn-Haltstelle „Eierkampstraße“ zu den Läden zu gelangen. Stattdessen müssen Bahnreisende entweder einen weiten Umweg in Kauf nehmen oder illegal über die Schienen laufen. Warum das so ist? Weil es keinen Bahnübergang gibt - zumindest keinen fertigen.

Bekannt ist das Problem schon länger und war auch Thema in der Hombrucher Bezirksvertretung im vergangenen Dezember. Bezirksbürgermeister Hans Semmler (CDU) sagte damals: „Das ist ein Trauerspiel hoch drei, was sich das Tiefbauamt in den letzten drei Monaten geleistet hat. Das ist nicht dortmundwürdig.“ Doch ist die Stadt Dortmund überhaupt Ansprechpartner für das Bauvorhaben? Eine Anfrage dort und bei der DSW21 ergab: Nein, das ist sie nicht.

Privater Investor ist zuständig für den Bahnübergang

Sowohl Christian Schön, Sprecher der Stadt, als auch Britta Heydenbluth, Sprecherin der DSW21, verweisen in dem Zusammenhang auf einen privaten Investor, auf die H. H. Holding. Diese sei für alle weiteren Schritte - inklusive der Fertigstellung des Bahnübergangs - zuständig. Laut Angaben von Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes, hätte sich der Investor bisher um alle übrigen Schritte gekümmert.

Lediglich die „Zuwegung“ zur Haltestelle blieb noch aus - diese sei jedoch ohnehin erst für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. H. H. Holding hatte dazu bis Ende 2018 Planunterlagen erstellt, die dann mit der Verwaltung, der DSW21 sowie dem behindertenpolitischen Netzwerk erfolgreich abgestimmt wurden. Im Januar wurden sie schließlich an die Bezirksregierung Arnsberg, der Technischen Aufsichtsbehörde für Stadtbahnen im Land NRW, zur Zustimmung weiter gegeben. Diese liegt mittlerweile vor.

Investor wurde aufgefordert, den Weg zur Haltestelle herzustellen

Laut Stadtsprecher Christian Schön wurde die H. H. Holding entsprechend informiert, als die Bezirksregierung Arnsberg den Planunterlagen zugestimmt hat. Zugleich erfolgte eine mehrmalige Aufforderung durch die Verwaltung, den Weg zur Stadtbahn-Haltestelle herzustellen. Das ist bis heute nicht passiert - im Mai hat die Verwaltung den Investor zuletzt aufgefordert, seiner Pflicht nachzukommen.

Bis er das macht, bleibt den Hombruchern nichts anderes übrig, als weiterhin einen Umweg zu laufen. Oder auf illegalem Wege die Schienen zu überqueren. „Dass das keine gute Idee ist, sollte aber jedem klar sein“, sagt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth: „Vom Überqueren der Bahngleise abseits von Überwegen raten wir aus Sicherheitsgründen dringend ab. Es sollte sich niemand in Gefahr bringen.“

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