Stadtteilbibliothek hat neue Leiterin - und „trojanische Pferde“

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Über eineinhalb Jahre war die Stelle der Leiterin in der Stadtteilbibliothek Brackel unbesetzt. Das hat sich geändert. Corona und eine Finanzspritze fördern zudem die digitale Entwicklung.

Brackel

, 31.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange hat‘s gedauert, nun ist nach dem Ausscheiden von Julia Klüber Ende Januar 2019 wieder eine neue Leiterin für die Stadtteilbibliothek Brackel gefunden worden. Anika Henke heißt sie und beginnt ihren neuen Job offiziell am 1. September. Sie wolle sich gerne der Öffentlichkeit vorstellen, bitte jedoch um ein paar Tage Einarbeitungszeit.

Der Leiter der Stadt- und Landesbibliothek, Dr. Johannes Borbach-Jaene, erklärte, es sei nicht einfach, qualifizierte Fachkräfte für eine solche Aufgabe zu finden, bei der es schließlich nicht nur darum gehe, das Schiff am Laufen zu halten, sondern auch neue Akzente zu setzen.

Drei Bewerberrunden

Es habe nun drei Bewerberrunden gebraucht, um auf Anika Henke zu kommen. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (SPD) ergänzte, wichtig sei, dass bei einer solchen Stellung auch die Bezahlung stimme. Abwanderungen geschehen oft, weil man eben anderswo mehr verdienen könne.

Er habe sich persönlich dafür eingesetzt, dass die Besoldung von Anika Henke etwas angehoben worden sei - in der Hoffnung, sie möglichst lange in Brackel zu halten. Borbach-Jaene bedankte sich ausdrücklich bei Kim Hartwig, die die Bibliothek seit Julia Klübers Weggang kommissarisch geleitet hatte.

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Die Akteure hatten sich jedoch eigentlich aus einem ganz anderen Grund am Montagmorgen (31.8.) vor der Bibliothek an der Oberdorfstraße 23 versammelt. Sie wollten zehn neue i-Pads präsentieren - zwei weitere kommen noch hinzu - die die Stadtteilbiliothek dank einer finanziellen Unterstützung in Höhe von 6000 Euro von der Bezirksvertretung Brackel anschaffen konnte.

i-Pads sollen zum Buch führen

Für Czierpka sind solche Geräte „trojanische Pferde“, die die Kinder in Büchereien locken, in denen sie dann im Idealfall doch wieder das gedruckte Buch entdecken, um darin zu blättern und zu stöbern. Borbach-Jaene hob hervor, dass die Stadtteilbibliotheken in Zukunft verstärkt auf digitale Angebote setzen.

Und dafür brauche man eben die nötige Hardware. Die bisherigen zwei Geräte, die in in der Bibliothek vorhanden gewesen waren, reichen da bei Weitem nicht aus.

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Die digitalen Angebote wie die Ausleihe von E-Books haben auch in der Corona-Zeit mächtig angezogen, so Johannes Borbach-Jaene. Ihn freue, dass aber auch die Zahlen für die klassische Buch-Ausleihe wieder fast auf Vor-Corona-Niveau seien.

Und das, obwohl man sich derzeit einen Termin holen muss, wenn man die Bibliothek besuchen will - das geht unter Tel. 0231-259690. Maximal Acht Besucher dürfen die Einrichtung momentan gleichzeitig betreten. Öffnungszeiten: dienstags 10 bis 12 und 14 bis 19 Uhr, mittwochs 14 bis 17 Uhr, donnerstags 14 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, montags geschlossen.

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