Stadtwerke Dortmund erzielen 5,5 Millionen Euro Gewinn

Statt prognostiziertem Verlust

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) hatten für 2014 mit 30 Millionen Euro Verlust gerechnet. Dass es doch - laut vorläufigem Ergebnis - ein Plus von 5,5 Millionen Euro gab, ist Sondereffekten zu verdanken. Rosig ist die Lage weiter nicht - der Vorstand rechnet mit zwei "heftigen" Jahren. Wir zeigen die wichtigsten Ergebnisse.

DORTMUND

, 24.03.2015, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Stadtwerke-Verwaltung an der Deggingstraße.

Die Stadtwerke-Verwaltung an der Deggingstraße.

DSW21-Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke sprach am Dienstag bei der Vorlage des vorläufigen Geschäftsergebnisses für 2014 von "einem guten Ergebnis in sehr schwierigen Zeiten". DSW21 hatte selbst mit einem negativen Ergebnis in Höhe von 30,6 Millionen Euro gerechnet - stattdessen schüttet die Stadttochter nun einen Bilanzgewinn von 5,5 Millionen Euro an die Stadt Dortmund aus. 

Plus resultiert aus positiven Sondereffekten

Zwei positive Sondereffekte haben entscheidend dafür gesorgt, dass das geplante Minus zum Plus geworden ist. Erstens hat DSW21 19,8 Millionen Euro von der RWE Deutschland AG als Entfristungsprämie erhalten. Hintergrund: RWE ist an der DEW21, der Energieversorgungstochter von DSW21, beteiligt. Die RWE-Beteiligung war bis 2014 befristet - für die Aufhebung dieser Frist wurde die Entfristungsprämie fällig. Zweitens wurde eine bei DEW21 gebildete Rückstellung für Abweichungen von der Handels- zur Steuerbilanz aufgelöst: Dadurch flossen 32,2 Millionen Euro in die Stadtwerke-Bilanz.

Defizit im Verkehrsbereich ist kleiner geworden

2014 zählte DSW21 in Dortmund rund 136 Millionen Fahrgäste. Im Vorjahr waren es mehr, nämlich rund 137 Millionen. Den Rückgang führt DSW21 unter anderem auf Einbußen im Bartarif (Einzel-, Tagestickets u.s.w.) zurück. Als vorläufigen Fehlbetrag für das Ergebnis im defizitären Verkehrsbereich nennt DSW21 für 2014 ein Minus von 53 Millionen Euro. Aufgrund geringerer Material- und sonstiger Aufwendungen fiel der Fehlbetrag geringer aus als 2013 (minus 60,2 Millionen Euro).

Dortmunder Flughafen verbessert sein Ergebnis

Der Dortmund Airport, eine DSW21-Tochter, konnte das für die EU-Kommission relevante Ergebnis - das EU-EBITDA (den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) - um 650.000 Euro auf minus 2,3 Millionen Euro verbessern. Die Zahl der Flugpassagiere lag 2014 laut DSW bei 1.965.803 - ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber 2013. 

3,4 Millionen Euro eingespart

2013 hat DSW21 das Projekt "Zukunft" gestartet, mit dem in den nächsten fünf Jahren (bis 2018) 30 Millionen Euro gespart werden sollen. 2014 haben die Stadtwerke Kosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro eingespart. Die Einsparung von 30 Millionen Euro will DSW21 mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen erreichen. Ob es nach der Ausdünnung des Bus- und Bahnangebotes im Oktober 2014 hier weitere Einschnitte geben wird, ist noch nicht absehbar. 

Wie optimistisch blickt der DSW21-Vorstand in die Zukunft?

"Wir gehen davon aus, dass wir noch zwei heftige Jahre haben", sagt DSW21-Vorstandsvorsitzender Pehlke. Heißt: Mit Verlusten ist zu rechnen. Derzeit sei schon die Talsohle erreicht. Immerhin haben die Stadtwerke 2014 aus ihrer Beteiligung an RWE noch eine Dividende von 1 Euro pro Aktie erhalten. Kürze RWE die Dividende um die Hälfte, werde diese Talsohle unterschritten, so Pehlke. Große Probleme bereiten den Stadtwerken die unsichere Situation am Energiemarkt sowie die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt. 

Schlagworte:

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt