Stahlfirma Knauf Interfer schließt in Dortmund

110 Arbeitsplätze fallen weg

Schlechte Nachricht aus dem Dortmunder Hafen: An der Bülowstraße schließt das Stahlunternehmen Interfer Stahl. Es gehört zur Unternehmensgruppe Knauf Interfer mit Hauptsitz in Essen. Das Unternehmen nannte am Montag die Gründe für die Schließung. Zu einer Sache äußerte es sich dagegen kaum.

DORTMUND

, 26.07.2016, 03:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blick auf das Firmengelände von Knauf Interfer an der Bülowstraße im Dortmunder Hafen.

Blick auf das Firmengelände von Knauf Interfer an der Bülowstraße im Dortmunder Hafen.

Die Unternehmensgruppe Knauf Interfer mit Hauptsitz in Essen schließt ihren Standort an der Bülowstraße im Hafen. Das sei bereits im Juni entschieden worden, teilte das Unternehmen am Montag auf Anfrage mit. Zur Anzahl der betroffenen Mitarbeiter äußerte es sich nicht; nach Informationen dieser Redaktion sind es 110.

Knauf Interfer: „Der Beschluss steht mit sofortiger Wirkung zur Umsetzung an.“

Bei der der Interfer Stahl GmbH im Hafen liegen verschiedene Stahlprodukte auf Lager, die von Stahlherstellern wie Thyssen-Krupp oder Salzgitter bezogen und dann weiterverkauft werden. Unsere Redaktion hatte vergangene Woche von den Schließungsabsichten für den Standort erfahren, die das Unternehmen am Montag bestätigte.

Noch offen scheint zu sein, wie lange der Betrieb an der Bülowstraße noch läuft. „Die Schließung wurde am 23. Juni 2016 beschlossen“, teilte Knauf Interfer mit: „Der Beschluss steht mit sofortiger Wirkung zur Umsetzung an.“

Vom Betriebsrat heißt es allerdings, dass man außer der Schließungs-Ankündigung noch keine weiteren Informationen erhalten habe. Verhandlungen über die Ausgestaltung eines Sozialplans habe es noch nicht gegeben.

Werden Mitarbeiter übernommen? Das will Knauf Interfer "im Einzelfall prüfen"

Ob die Dortmunder Mitarbeiter an anderen Standorten unterkommen können, werde man „im Einzelfall prüfen“, hieß es vom Unternehmen.

Nach den Gründen für das Aus in Dortmund gefragt, nennt das Unternehmen zwei wirtschaftliche Ursachen: „Zum einen ist dies beeinflusst durch die schlechte Marktentwicklung, insbesondere für die am Standort gehandelten Stähle. Hier erschweren beispielsweise im Land- und Baumaschinenbereich die Ukraine-Krise und das Russland-Embargo die Absätze.“Zum anderen gebe es im Raum Dortmund durch andere Stahlanbieter eine „regionale Überversorgung“.

Ob weitere Standorte geschlossen werden, bleibt offen

Ob neben Dortmund weitere Standorte geschlossen würden, beantwortete das Unternehmen nicht konkret: "Unternehmen müssen profitabel sein, um investieren zu können und so langfristig Arbeitsplätze zu erhalten. Wir haben dazu verschiedenste Maßnahmen zur Effizienzsteigerung eingeleitet.“ Mehr könne man dazu "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" nicht sagen. 

Die weltweite Stahlkrise macht nicht nur Knauf Interfer, sondern vielen anderen Unternehmen zu schaffen. Erst jüngst hieß es auch vom Dortmunder Hafen, dass man beim Umschlag die Stahlkrise zu spüren bekomme.

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